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Globalisierungskritik

Jean Ziegler gestorben

Der Schweizer Soziologe und Politiker Jean Ziegler ist tot. Der bekannte Kapitalismus- und Globalisierungskritiker erlag am Mittwoch im Alter von 92 Jahren seiner Parkinson-Erkrankung. Das vermeldeten mehrere Schweizer Medien. 1934 als Hans Ziegler in Thun in ein bürgerliches, streng protestantisches Elternhaus geboren, studierte er Rechtswissenschaften und Soziologie in Bern, Genf, Paris und New York. In der französischen Hauptstadt lernte er das Philosophenpaar Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir kennen, politisierte sich, änderte seinen Vornamen in Jean und trat zum Katholizismus über. Nach einer zweijährigen Afrikareise im Auftrag der UN sah er fortan seinen Platz an der Seite der Armen im Kampf gegen »die kannibalische Weltordnung« des Kapitalismus. Mit einer vierjährigen Unterbrechung war Ziegler von 1967 bis 1999 für die Sozialdemokratische Partei Abgeordneter im Schweizer Nationalrat. Weltweit bekannt wurde er als UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung (2000–2008) sowie mit unzähligen Buchpublikationen wider »neue Kolonisation« und »die Massenvernichtung in der Dritten Welt«. (jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 11.06.2026, Seite 10, Feuilleton

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