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Massaker in Honduras
20 Kleinbauern auf Palmölplantage erschossen
Am Donnerstag morgen sind in Honduras 20 Kleinbauern und Landarbeiter auf einer Palmölplantage erschossen worden. »Am frühen Morgen des 21. Mai trafen bewaffnete Männer in Polizeiuniformen auf der Finca ein, als sich die Opfer auf die Arbeit auf einer Plantage im Dorf Rigores, Trujillo, Colón, an der honduranischen Karibikküste vorbereiteten«, schrieb die guatemaltekische Zeitung Prensa Libre am Freitag. Unter den Opfern sollen sich auch minderjährige Arbeiter befunden haben.
In der Region um das Aguántal im Norden von Honduras werden Landkonflikte seit Jahrzehnten mit Gewalt ausgefochten, nach Medienberichten wurden dabei bislang mindestens 200 Menschen getötet. Häufig geht es um Anbauflächen für die Ölpalme Palma Africana. Der Bedarf an Palmöl für Biodiesel, Lebensmittelproduktion und Kosmetik ist in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen. Auch in diesem Fall soll es sich um einen Landkonflikt gedreht haben. Die »Kleinbauern haben sich Land wieder zurückgeholt und besiedelt«, erklärte der Abgeordnete der linken Partei Libre, Hugo Noé Pino, gegenüber jW. Die Anwohner wurden vor dem Massaker »von der Polizei drangsaliert«. Ob die Täter wirklich Polizisten waren, ist aber »noch nicht bewiesen«.
Von Landarbeiterorganisationen und Kirchen wurde umgehend Aufklärung gefordert. In der Region herrschen »Landkonflikte, Militarisierung, Bedrohungen und organisierte kriminelle Gewalt«, die »Vertreibungen und Morde provozieren«, erklärte der Apostolische Rat von Honduras am Freitag und forderte die Einrichtung einer Untersuchungskommission. Der Bischofsrat von Lateinamerika und der Karibik (Celam) drückte seine Verpflichtung aus, »die von Unsicherheit und Ausgrenzung betroffenen Gemeinden weiter zu begleiten«.
Der rechte Staatschef Nasry Asfura erklärte gegenüber der Presse, das »Massaker wird nicht ungestraft bleiben« und kündigte »gemeinsame Aktionen der Sicherheitskräfte« an. Landarbeiterorganisationen befürchten jedoch, dass in seiner Amtszeit Landkonflikte noch zunehmen werden. Asfura, der seit Januar Präsident ist, gilt als Befürworter von Megaprojekten und der verstärkten Ausbeutung von Ressourcen.
Nur wenige Stunden nach dem Massaker kam es in der Grenzregion zu Guatemala zu einem weiteren Zwischenfall. Bei einer Hausdurchsuchung bei einem mutmaßlichen Mitglied einer Drogenbande in der Ortschaft Corinto wurden fünf Polizisten von Kriminellen zunächst entführt und dann ermordet.
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