Nachschlag: Große Erwartung
Ping. Pong. Nein, das ist kein Biopic. Und auch kein Sportfilm. Josh Safdie, der aus der Trennung von seinem Bruder und Ko-Director Benni weniger beschadet rausgekommen ist als der andere, knallt uns einen Konzeptfilm vor den Latz, den man kaum noch returnieren kann. Regelrecht physisch wird das Guckerlebnis, der Zuschauer 150 Minuten lang unter Stress gesetzt. Marty hat ein Ziel: das Tischtennisturnier in Tokio. Um dort hinzukommen, muss er ein Problem nach dem nächsten lösen, aus dem das jeweils nächste aber immer erst entsteht. Sein Leben selbst erscheint wie ein Pingpongspiel, Marty springt von Ort zu Ort, einem fernen Ziel zuliebe, muss er vor allem erst mal reagieren. Der windige Screwball-Charakter wird ohne große Worte dekonstruiert. Als Sinnbild des Subjekts im Kapitalismus, das sich aus Egoismus den Verhältnissen unterwirft und darin irgendwann seines Egos verlustig geht. In Tokio endlich wendet sich diese Entwicklung. Marty entscheidet sich für den Sport und gegen den Gewinn. (fb)
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