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Aus: Ausgabe vom 15.04.2026, Seite 16 / Sport
Rugby

Das Bein gestellt

Favoritenstürze und Erdrutschsiege: Viertelfinale im European Rugby Champions Cup
Von Bernhard Krebs
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Weg damit: Antoine Dupont von Stade Toulousain kickt das Ei

Nach einem rasanten Wochenende stehen die Halbfinalpartien im European ­Rugby Champions Cup, der Königsklasse im europäischen Klub-Rugby, fest. Am 2. Mai trifft der vierfache Champions-Cup-Sieger Leinster Rugby aus Irland auf den RC Toulon aus Frankreich – das einzige Team, das bislang den Europapokal dreimal hintereinander (2013 bis 2015) gewinnen konnte. Im zweiten Halbfinale am 3. Mai treffen dann Titelverteidiger Union Bordeaux Bègles auf den amtierenden englischen Meister von Bath Rugby, das den damals noch Heineken Cup genannten Wettbewerb erst- und letztmalig 1998 gewinnen konnte. Das Finale steigt dann drei Wochen später am Pfingstwochenende in Bilbao.

Toulon konnte sich im Viertelfinale überraschend bei den Glasgow Warriors durchsetzen und den Hausherren die erste wettbewerbsübergreifende Niederlage im heimischen Scotstoun Stadium seit März 2025 zufügen. Dabei galten die Warriors, die derzeit die United Rugby Championship (URC) souverän anführen, als einer der Topfavoriten auf die europäische Rugby-Krone, während Toulon abgeschlagen auf Platz elf in der französischen Top 14 vor sich hin dümpelt und hinter den Erwartungen zurückbleibt. Für die Warriors hatten sich die Südfranzosen dann aber ihre beste Saisonleistung aufgespart. Zeitweise nach Gelb für Flanker Junior Kpoku (20. Spielminute) für zehn Minuten auf 14 Spieler reduziert, konnte sich Toulon mit zwei Versuchen von Gaël Drean (7. und 36.) sowie einem weiteren von Jean-Baptiste Gros (28.) eine 17:12-Halbzeitführung erspielen. Zwar übernahm Glasgow nach der Pause zunächst die Initiative und konnte mit einer mächtigen »Maul« Gregor Hiddleston zum Versuch für die zwischenzeitliche 19:17-Führung ins Malfeld schieben. Die Entscheidung für die Franzosen brachte dann aber ein dynamischer Durchbruch von Center Juan ­Ignacio »­Nacho« Brex durch die Verteidigungslinie der Warriors, den Brex mit einem 40-Meter-Sprint bis ins Malfeld zum Versuch veredelte – Endstand 22:19 für Toulon.

Toulons Halbfinalgegner Leinster tat sich vor heimischen Publikum im Aviva Stadium in Dublin lange Zeit schwer gegen disziplinierte Sharks aus Sale bei Manchester. Ein mageres 7:3 zur Halbzeit war alles, was das hochfavorisierte Leinster zu Stande brachte. Keine Ahnung, was Coach Leo Cullen seinen Mannen in den Halbzeittee mischte, es zeigte jedenfalls Wirkung, denn in Halbzeit zwei brannte Leinster mit fünf Versuchen ein regelrechtes Offensivfeuerwerk ab, und fuhr einen in Halbzeit zwei zu keinem Zeitpunkt gefährdeten 43:13-Erdrutschsieg ein.

Die rasanteste Partie hatten sich aber bereits am Freitag abend im »The Rec« in Bath der Spitzenreiter der englischen Liga »Premiership Rugby«, die Northampton Saints, und der amtierende englische Meister und aktuelle Tabellenzweite, Bath, geliefert. Sage und schreibe neun Versuche – fünf für die Saints, vier für Bath – führten zu einer komfortablen 35:26-Führung für die »Heiligen« zur Halbzeitpause. Doch außer zwei Straftritten, die Finn Smith gewohnt sicher verwandelte, konnte Northampton in Halbzeit zwei nichts Zählbares mehr einfahren. Bath hingegen gelang es, um einen überragend verteidigenden und völlig zu Recht zum »Player of the Match« gekürten Alfie Barbeary, das Ruder noch mal herumzureißen. Am Ende stand es nach erhöhten Versuchen von Kepu Tuipulotu (57.) und Ted Hill (75.) sowie einem Finn-Russel-Straftritt (67.) 43:41 für die Südangländer.

Baths Halbfinalgegner Union Bordeaux ­Bègles hatte vor ausverkauftem Haus im heimischen Stade Chaban-Delmas in Halbzeit eins zunächst das Nachsehen gegen das fulminant aufspielende Team Stade Toulousain. Trotz glatt Rot gegen ­Dorian ­Aldegheri (39.) nach einem heftigen Schulterstoß gegen den Kopf von Damien Penaud und anschließender 20minütiger Unterzahl, ging Toulouse mit deutlicher 12:5-Führung in die Halbzeitpause. Per Straftritt schraubte Thomas Ramos eine Minute nach Wiederanpfiff die Führung gar auf 15:5, ehe UBB-Spielmacher Matheiu Jalibert die Verteidigungslinie mit einem flachen Kick foppte, den Ball selbst wieder aufnahm und zum 15:12-Anschluss ins Toulouser Malfeld (45., Erhöhung Maxime Lucu) ablegte. Als dann auch noch der Taktgeber von Toulouse, Antoine Dupont, nach einem äußerst dummen Beinstellen mit Gelb (56.) für zehn Minuten vom Platz musste, nutzte UBB die Überzahl umgehend mit einem Versuch von 150-Kilogramm-Stürmer Ben Tameifuna (57., Erhöhung Lucu) sowie einem Lucu-Straftritt (62.), um mit 22:15 davonzuziehen. Den Endstand von 30:15 stellten Arthur Retiere per Versuch (74.) und der »Player of the Match« Maxime Lucu per Straftritt (77.) her.

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