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29.05.2026
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Schlaflose Nächte
Vincent Keymer feierte mit seinem Sieg beim Super-Chess-Classic-Turnier der Grand Chess Tour in Bukarest seinen bisher größten Triumph
Eine herausragende Qualität des besten deutschen Schachspielers Vincent Keymer ist es, nach Phasen des Misserfolgs wie Phönix aus der Asche gestärkt und erfolgreicher denn je zurückzukehren. Nachdem Keymer zuletzt das WM-Kandidatenturnier als Zuschauer verfolgen musste und von seinem bisher höchsten erreichten Weltranglistenplatz vier zurückgefallen war, sorgte der 21jährige mit seinem alleinigen Sieg beim Super-Chess-Classic-Turnier, das vom 13. bis 23. Mai in der rumänischen Kapitale Bukarest ausgetragen wurde, für einen Paukenschlag.
In die neunte und letzte Runde waren Keymer und der Weltranglistenzweite Fabiano Caruana (USA) mit jeweils fünf Punkten gleichauf gegangen. Doch während der Deutsche seinen Anzugsvorteil in einen überzeugenden Sieg über Jorden van Foreest (Niederlande) ummünzte, ging Caruana als Nachziehender an seiner Siegchance gegen Maxime Vachier-Lagrave (Frankreich) vorbei und musste sich mit einem Unentschieden begnügen. Dadurch beendete Keymer das hochkarätig besetzte Turnier mit sechs Punkten aus neun Runden und errang die Siegespalme mit einem halben Zähler Vorsprung auf Caruana.
Keymers Erfolg ist mit einigem Prestige verbunden, weil er schließlich auch den drittplatzierten WM-Herausforderer Javohir Sindarov (Usbekistan) um einen ganzen Punkt distanzierte, gegen den er in der siebenten Runde noch verloren hatte. Mit Sindarow teilte sich Wesley So (USA) den dritten Rang. Keymer bewertete seinen Erfolg selbst als seinen »größten Sieg in einem klassischen Turnier aller Zeiten«. Er durfte zufrieden sein: »Es war ein großartiges Event für mich, aber auch mit einem Loch in der Mitte. Aber im Großen und Ganzen bin ich sehr glücklich mit den Ergebnissen und auch mit meiner Performance. Ich habe es geschafft, alle Weißpartien zu gewinnen.« Mit seiner Performance von 2.835 gewann er 7,8 Elopunkte und kletterte in der Weltrangliste auf Platz sechs. Damit verdrängt er Anish Giri (Niederlande), zuletzt auf Rang zwei im Kandidatenturnier, der im Turnier nur 50 Prozent der Punkte totalisierte. Großen Anteil an Keymers Erfolg hat sein langjähriger ungarischer Trainer Peter Leko, selbst WM-Herausforderer im Jahr 2004. Keymer dankte Leko dafür, dass er immer voller Energie für ihn da war, auch wenn damit »einige schlaflose Nächte oder zumindest Nächte mit wenig Schlaf« für den früheren Weltklassemann verbunden waren.
Vincent Keymer – Maxime Vachier-Lagrave
Super Chess Classic Romania, Bukarest, Runde 4, 17. Mai 2026, Sizilianisch – Najdorf-Variante [B90]
1.e4 (Keymer eröffnet selten mit dem Königsbauern, doch in diesem Turnier bezwang er damit neben Vachier-Lagrave auch den Niederländer van Foreest.) 1…c5 2.Sf3 d6 3.d4 cxd4 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 (Vachier-Lagrave gilt als weltweit bester Kenner der Najdorf-Variante, so dass sich Keymer gezielt dafür präparieren konnte.) 6.f3 e5 7.Sb3 Le6 8.Le3 Le7 9.Dd2 h5 (Nachdem der Anziehende den scharfen »Englischen Angriff« gewählt hat, verhindert Schwarz radikal den dafür typischen weiteren Aufmarsch mit 10.g4, schwächt damit aber auch seinen Königsflügel.) 10.Le2 Sbd7 11.Sd5 Lxd5 12.exd5 Dc7 13.c4 (Statt des unmittelbaren Königsangriffs strebt der Weiße nun nach Raumgewinn am Damenflügel.) 13…a5 14.Td1 h4 N (Das ist an dieser Stelle neu. Schon gespielt wurde 14…0-0 15.O-O b6 16.Sa1 Sc5 17.Sc2.) 15.0-0 0-0 16.Tfe1 (16.Sa1 mit der Idee 17.Sc2 kam in Betracht, doch Keymer entscheidet sich für eine andere Springerroute.) 16…Sh5 17.Sc1 f5 18.b3 b6 19.Ld3 Dd8 20.Se2 De8 21.Lc2 Dg6 22.Kh1 Tac8 23.Sg1! Sc5 24.Sh3+/= (Damit hat der weiße Rappe seine beeindruckende Wanderung abgeschlossen und stabilisiert die weiße Königsstellung. Dank des Läuferpaars verfügt Weiß über einen soliden Vorteil.) 24…Lf6 25.Tf1 (Auch sofort 25.a3 kam in Frage.) 25…Tfe8 26.Tde1 Dh7 27.a3! a4? (Statt dieses positionellen Fehlers hätte der Nachziehende besser mit 27…g6 den Bauern f5 decken sollen.) 28.b4! +/- Sb3 29.De2 (Sofort 29.Dd3! mit Doppelangriff gegen f5 und b6 war vorzuziehen: 29…e4 30.fxe4 fxe4 31.De2! Lc3 32.Tb1! +- .) 29…Ld8 30.Dd3 e4? (Nachdem b6 überdeckt war, hatte Schwarz Zeit für 30…g6.) 31.fxe4 Txe4? (Danach ist es aus, doch auch nach 31…fxe4 32.De2 Sf6 33.Sf4 dominiert Weiß klar.) 32.Lg1 (32.c5! bxc5 33.Da6! +- entschied sofort.) 32…Tcxc4? (32…Lf6) 33.Txe4 Txe4 34.Db5! +- (Die weißen Drohungen sind tödlich.) 34…Dg6 35.Lxe4 fxe4 36.Le3 Lf6 37.Dxa4 Sd4 38.Txf6! (Schwarz verliert nun immer eine Figur: 38…Dxf6 39.De8+ Df8 40.Dxh5 Df1+ 41.Lg1 +- oder 38…Sxf6/gxf6 39.Lxd4 +- . Noch eleganter gewann 38.Lxd4 Lxd4 39.Da8+ Kh7 40.Tf8!, wonach Matt droht und die schwarze Dame kein Feld hat.) 1:0
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
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