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Aus: Ausgabe vom 13.04.2026, Seite 14 / Leserbriefe

Aus Leserbriefen an die Redaktion

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»Würdige Ausgestaltung der Gedenkfeier«

Zu jW vom 25.3.: »Weimer mit Eintrittskarte«

Seit der Gründung der BRD ist deren staatliche Erinnerungspolitik mit unauslöschbaren Makeln schwer belastet. Leute mit oder ohne Parteiabzeichen der NSDAP, aber mit strammer brauner Gesinnung, schlüpften ganz gewollt durch die Maschen. Ihnen wurde ein Weg zum Wiederaufstieg bereits 1951 mit Gesetzeskraft im Deutschen Bundestag geebnet. Kanzler Adenauer (CDU) und seine Partei sollen sich dafür besonders starkgemacht haben.

Exemplarisch dafür sei hier Dr. Hans Globke genannt: Er hatte als Oberregierungsrat und Sachgebietsleiter »Allgemeine Rassefragen« sowie »Blutschutzgesetz« im faschistischen Reichsministerium des Innern für den Vorschlag gesorgt, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland ab 5. Januar 1938 per »Gesetz zur Änderung von Familiennamen und Vornamen« das Kainsmal Sahra bzw. Israel verpasst worden war. Dieser Rassist und Schreibtischmörder leitete von 1953 bis 1963 das Bundeskanzleramt, war somit die sprichwörtlich rechte Hand von Kanzler Adenauer. Alfred Grosser, französischer Politologe deutscher Herkunft, nahm dazu in seinem 1960 erschienenen Buch »Die Bonner Demokratie« ausführlich Stellung.

Die gesetzlich verordnete Rückkehr Tausender Nazis in führende Stellungen aller Bereiche war schreckliche Tatsache. Vor diesem historischen Hintergrund der Staatsgeschichte der Bundesrepublik und durch die eigene Leidensgeschichte in der Nazidiktatur waren alle Buchenwaldhäftlinge nach ihrer Befreiung im Frühling 1945 moralisch stets berechtigt, Mahnung und Kritik auszusprechen. Und wenn heute die Nachfahren politischer Buchenwaldhäftlinge in den Lagergemeinschaften bzw. Lagerarbeitsgemeinschaften Buchenwald-Dora irritierende Äußerungen oder Handlungen des Regierungsbeauftragten für Kultur und Medien in einer öffentlichen Erklärung benennen und beklagen, sollte dieser innere Einkehr halten und deren Wunsch respektieren.

Die Gedenkfeier anlässlich des 81. Jahrestages der Selbstbefreiung und Befreiung des KZ Buchenwald auf dessen berüchtigtem Appellplatz soll erstrangig an das Leid der Häftlinge und die 56.000 Ermordeten sowie an die politischen Ursachen, die diese faschistische Barbarei ermöglichten, erinnern. Darin sehe ich die wichtigste Aufgabe des Leiters der Gedenkstätte in diesen Tagen bei der Vorbereitung der würdigen Ausgestaltung der Gedenkfeier.

Rainer Döhrer, Barchfeld/Werra

»Weiterhin ungelöst«

Zu jW vom 4./5.4.: »›Wir sind im Zeitalter der Atomenergie‹«

Dieser Artikel ist ein Schlag ins Gesicht der Atomkraftgegner. Wir haben in Brokdorf usw. demonstriert – letztlich mit Erfolg und auch wegen des Problems der Endlagerung (das hier angesprochen wird und weiterhin ungelöst bleibt, u. a. wegen möglicher Erdbeben). Ich würde mich freuen, wenn zeitnah ein ebenso aufwendiger Artikel von einer oder einem aus der Antiatomkraftbewegung erscheint, um diese hier vertretene Position wieder geradezurücken.

Peter Brandt, Hamburg

»Es braucht eine machtvolle Bewegung«

Zu jW vom 2.4.: »Krieger brauchen Kontra«

Präzise, wie gewohnt, beschreibt Arnold Schölzel die gegenwärtigen Kriege und benennt die Kriegstreiber. Ergänzend sei an Marx erinnert, der im »Kapital«, Band 1, T. J. Dunning zitiert hat: »300 Procent, und es existirt kein Verbrechen, das es [das Kapital] nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens.« In der gleichen Ausgabe der jungen Welt (»Krisengewinne der Mineralölbranche«) finden wir den Hinweis auf 81,4 Millionen Euro Übergewinn pro Tag in den ersten drei Kriegswochen.

Trotz des großen Engagements der Ostermarschteilnehmer sind die Kräfte, die sich dem Kriegswahnsinn entgegenstellen, leider noch zu gering. Es braucht eine machtvolle Bewegung in ganz Europa.

Horst Neumann, Bad Kleinen

»Revolutionärste gesellschaftliche Entwicklung«

Zu jW vom 8.4.: »Rotlicht: Bauernfrage«

Ich kann Reinhard Lauterbach nur empfehlen, sich einmal die Broschüre »Junkerland in Bauernhand« durchzulesen. Die hat das Zetkin-Forum genau zu dem Zwecke verfasst, solcherlei Pauschalurteile über die Entwicklung der Klasse der Bauern im Sozialismus zu vermeiden (zu finden auf der Website der Internationalen Forschungsstelle DDR, kurz: IF DDR). Gut begründet und belegt wird dort ausdrücklich festgestellt, dass sich in der DDR auf dem Lande die wohl revolutionärste, weil umfassendste gesellschaftliche Entwicklung vollzog. Wie hätte das wohl ablaufen können, wäre die Bauernfrage bei den Sozialisten stets unterbelichtet gewesen?

Joachim Seider, Berlin

»Recht auf bezahlbaren Wohnraum«

Zu jW vom 7.4.: »Überall Schloßallee«

Nun, wer glaubt, Mietsteigerungen seien gottgegeben, braucht sich nur die Bilanzen der Dax-notierten und renditeorientierten Immobilienkonzerne anzuschauen, um zu sehen, was Sache ist. Dass die Politik eher nach dem Motto verfährt, alles den freien Kräften des Marktes zu überlassen, zeugt von einer beispiellosen Menschenverachtung für die Mieter, die ihre Miete nicht mehr bezahlen können. Nennen wir das Kind beim Namen: Die Politik reagiert so, wie sie es tut, weil sich die neoliberalen Parteien mit Spenden der Immobilienhaie in Millionenhöhe schmieren und beeinflussen lassen. Das einzige Land, das das Recht des Menschen auf bezahlbaren Wohnraum durchgesetzt und realisiert hat, war die DDR.

Rudi Eifert, Langenhagen

Die Politik reagiert so, wie sie es tut, weil sich die neoliberalen Parteien mit Spenden der Immobilienhaie in Millionenhöhe schmieren und beeinflussen lassen.

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