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30.03.2026
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Darrell Crofts tot
»Die Sommerbrise fühlt sich gut an / wenn sie durch den Jasmin in meinen Kopf weht« heißt es grob übersetzt im Refrain des Songs »Summer Breeze« mit dem das Softrockduo Seals & Crofts 1972 einen Hit landeten, der bis auf Platz sechs der USA-Charts kletterte. Auf einer Liste der größten Sommersongs aller Zeiten des Rolling Stone im Juni 2022 landete »Summer Breeze« immerhin auf Platz 20. Zudem erklärte das Magazin Seals & Crofts zu einer der wichtigsten Soft-Rock-Gruppen der frühen 70er Jahre (»Yacht Rock«-Enthusiasten nicken zustimmend).
Nachdem Jim Seals bereits seit 2022 tot ist, starb am vergangenen Mittwoch auch Darrell »Dash« Crofts 85jährig in einem Krankenhaus in Austin, Texas, aufgrund von Komplikationen nach einer Herzoperation. In einem Statement der Familie heißt es: »Wir beklagen den Tod eines Menschen, dessen schöne und sanfte Stimme so viele Herzen auf der ganzen Welt höher schlugen ließ.« Auch das »Rock-Lexikon« von Siegfried Schmidt-Joos und Wolf Kampmann lobt den wohltönenden Folkrock von Seals & Crofts und ihren fließenden Gruppengesang. Neben Folkrock enthielten ihre Songs auch Bluegrass, Country, Klassik und Jazz und erinnerten manchmal natürlich an Simon & Garfunkel. Crofts spielte Drums, Piano und Mandoline, Seals Gitarre und Fidel.
Die Highschoolfreunde Seals (geboren am 17.10.1942 in Sidney, Texas) und Crofts (geboren am 14.8.1940 in Cisco, Texas) traten 1958 in Kalifornien der Instrumentalgruppe The Champs bei, die mit »Tequila« einen gigantichen Saufhit landete. 1965 gründeten Seals, Crofts und weitere Champs-Musiker das Septett The Dawnbreakers, das vor allem in Las Vegas als Begleitensemble in Erscheinung trat. 1969 formierten sich Seals und Crofts als Duo und veröffentlichten ihr gleichnamiges Debütalbum. Mehrere Alben folgten in den 70ern, vier erreichten Gold-, zwei Platin-Status. Ihr Album »Unborn Child« (1974) wurde allerdings kontrovers aufgenommen, weil sie sich die beiden Musiker als Anhänger der Bahei-Religion mit dem Titelsong gegen Schwangerschaftsabbrüche stellten.
Nach ihrem zwölften Album, »The Longest Road« 1980 und einem Konzert vor 10.000 Fans, gingen die Unzertrennlichen jeweils eigene Wege. Beide widmeten sich nun intensiv dem Bahaitum, Seals in Costa Rica und Crofts in Mexiko, um durch einen Wechsel ihres Lebensrhythmus ihre »Musik wiederzuentdecken«. Anfang der 90er Jahre sah man Crofts in Nashville als Sessionmusiker wieder; 1998 veröffentlichte er sein Soloalbum »Today«. 2004 brachten Seals & Crofts noch ihr Album »Traces« heraus. In den letzten Jahren züchtete Crofts vornehmlich Araberpferde auf einer Ranch in Johnson City, Texas.
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