-
13.05.2026
- → Feuilleton
Nachschlag: Tendenz des Tendenzlosen
→ Black Hawk Down | Mo., 22.30 Uhr, Kabel eins
Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen. Mit diesem Platon bloß zugeschrieben, in seiner Mehrdeutigkeit aber die Realität fassenden Zitat hat der Film bereits zu Beginn sein intellektuelles Pulver verschossen. Die folgenden 142 Minuten sind Rückzugsgefecht. »Black Hawk Down« steht in der Tradition der vermeintlich indifferenten, bloß abbildenden Kriegsfilme – »A Bridge too Far« (1974), »Gettysburg« (1993) usf. –, die mit dem Argument rationalisiert werden, die Schrecknisse des Krieges seien selbst schon Wirkung genug und politisieren entsprechend. Tatsächlich politisieren sie in die andere Richtung, denn das Indifferente ist nicht, es wird politisch, und zwar genau deswegen, weil es nicht politisch ist. Präzise wird eine Schlacht erzählt, das Szenario ist der Star. Am Ende bleibt ein Gefühl neoromantischer Kriegsfaszination auf dem Feld zurück. Nicht Begeisterung, nicht Kriegstreiberei, doch subtile Heroisierung und Faszination des Drastischen. Alles verdammt hart schon, was sind das für Kerle, die das aushalten können. (fb)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!