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Nachschlag: Tendenz des Tendenzlosen

→ Black Hawk Down | Mo., 22.30 Uhr, Kabel eins

Foto: United Archives/IMAGO
Über 1.000 Somalier wurden am 3. und 4. Oktober 1993 von US-Soldaten getötet, im Film als »Skinnies« bezeichnet

Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen. Mit diesem Platon bloß zugeschrieben, in seiner Mehrdeutigkeit aber die Realität fassenden Zitat hat der Film bereits zu Beginn sein intellektuelles Pulver verschossen. Die folgenden 142 Minuten sind Rückzugsgefecht. »Black Hawk Down« steht in der Tradition der vermeintlich indifferenten, bloß abbildenden Kriegsfilme – »A Bridge too Far« (1974), »Gettysburg« (1993) usf. –, die mit dem Argument rationalisiert werden, die Schrecknisse des Krieges seien selbst schon Wirkung genug und politisieren entsprechend. Tatsächlich politisieren sie in die andere Richtung, denn das Indifferente ist nicht, es wird politisch, und zwar genau deswegen, weil es nicht politisch ist. Präzise wird eine Schlacht erzählt, das Szenario ist der Star. Am Ende bleibt ein Gefühl neoromantischer Kriegsfaszination auf dem Feld zurück. Nicht Begeisterung, nicht Kriegstreiberei, doch subtile Heroisierung und Faszination des Drastischen. Alles verdammt hart schon, was sind das für Kerle, die das aushalten können. (fb)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.05.2026, Seite 14, Feuilleton

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