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Schlesinger, Defa

Foto: Rolf Zöllner/IMAGO
Klaus Schlesinger im November 1995

Am 11. Mai jährte sich der Todestag des 1937 geborenen Berliner Schriftstellers Klaus Schlesinger zum 25. Mal. Er war Chemielaborant und übte diesen Beruf an der Berliner Charité bis 1964 aus. Schon 1960 erschien seine erste Erzählung »David«. Er lernte bei Jean Villain Techniken des literarischen Schreibens und erhielt einen Fördervertrag beim Rostocker Hinstorff- Verlag, wo bis zum Ende der DDR viele Bücher von ihm erschienen. Doch spätestens ab 1976, als er sich in Briefen solidarisch mit Wolf Biermann, später Stefan Heym und Robert Havemann gezeigt hatte und auf eigene Faust eine Anthologie junger DDR-Autoren plante, wurden ihm Knüppel zwischen die Füße geworfen. Immerhin erhielt er 1980 ein Westvisum und schloss sich in Westberlin der Hausbesetzerszene an. Einige wenige Male schrieb er Filmvorlagen, ­wovon Heiner Carows Defa-Produktion »Ikarus« (1975) um ein Kind zwischen den getrennten Elternteilen und »Matulla und Busch« (1995), in dem Matti Geschonneck seinen Vater Erwin in der letzten Rolle noch einmal brillieren ließ, am bekanntesten wurden.

Die Defa könnte in diesem Jahr ihren 80. Geburtstag begehen, wenigstens wird ihr Erbe von der gleichnamigen Stiftung verwaltet, die das Jubiläum mit diversen Filmvorführungen in ausgesuchten Städten vom 14. bis 17. Mai feiert. Am 17. Mai 1946 war im Berliner Admiralspalast der feierliche Akt, an dem Funktionäre aus allen Besatzungszonen teilnahmen. In US-amerikanischer Uniform ist Schauspieler Peter van Eyck in einem Bericht der Defa-Wochenschau »Der Augenzeuge« zu erkennen. Die Gründungsurkunde ist inzwischen verlorengegangen. Der Drehbeginn des ersten Defa-Spielfilms »Die Mörder sind unter uns« von Wolfgang Staudte lag zwei Monate zurück.

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Das berühmte »DEFA«-Signet wurde für fast fünf Jahrzehnte verwendet – bis zum Ende der Produktionsfirma, die als deutsch-sowjetische Aktiengesellschaft begann und als GmbH 1993 endete. Wer hat es entworfen? Offiziell gilt Schauspieler Hans Klering, der in der Weimarer Republik Filmplakate gemalt und sich in der Emigration zu einem sowjetischen Schauspieler entwickelt hatte, als der Entwerfer. Das machte sich gut, denn er war als Sowjetbürger einer der Lizenzträger der neuen Firma. Er hat einen eigenen Entwurf vorgelegt. Doch zuvor traf er sich in einer Kneipe mit dem damals 25jährigen Grafiker Gerhard Hauptmann, der vor allem durch Berlin-Motive bekannt wurde. Klering schilderte ihm die Aufgabe, das Wort Defa und ein Filmmotiv in Übereinklang zu bringen, und Hauptmann fertigte eine Skizze auf einem Bierdeckel an, den er Klering schenkte. Das berichtete der 2024 verstorbene Kameramann Thomas Rosié, dessen Vater Paul Rosié Defa-Plakate entwarf, als Illustrator berühmt und mit Hauptmann befreundet war. Thomas Rosié wiederum arbeitete vorrangig für den Dokumentarfilm, denn das war neben dem Spielfilm ein Defa-Gebiet mit weltweiter Ausstrahlung. Nachdem die Defa kurz nach Gründung der DDR ein Staatsbetrieb wurde, entstanden einzelne Volkseigene Betriebe, seien es die für Trickfilme, Synchronisation oder die Kopierwerke. Sie alle ein Stück Defa auch wenn die Defa kein Kombinat bildete. Viele, die dabei waren, und viele, die immer mit Neugier ins Kino kamen, finden bis heute, dass ihnen etwas fehlt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 13.05.2026, Seite 10, Feuilleton

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