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USA: weniger Sanktionen für Ölgeschäfte

Washington. Die USA könnten Finanzminister Scott Bessent zufolge in der kommenden ​Woche weitere Sanktionen gegen Venezuela aufheben, um ‍Ölverkäufe zu erleichtern. Er werde sich zudem mit den Chefs des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank treffen, um deren erneutes Engagement ‍in Venezuela zu besprechen, sagte Bessent der Nachrichtenagentur Reuters in einem am Sonnabend veröffentlichten Interview vom Freitag abend. Die letzte formelle Bewertung der Wirtschaft von Venezuela hatte der IWF 2004 abgeschlossen. Seinen letzten Kredit bei der Weltbank zahlte das Land 2007 zurück.

Bestehende US-Sanktionen verbieten internationalen Banken und anderen Gläubigern, ‌ohne Lizenz mit der venezolanischen Regierung zusammenzuarbeiten. Dies erschwert eine komplexe Umschuldung in Höhe von 150 Milliarden US-Dollar, die als Voraussetzung für ‍die Rückkehr von Privatkapital nach Venezuela angesehen ⁠wird. US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag ein entsprechendes Dekret unterzeichnet, um die Einnahmen aus dem ​Verkauf von venezolanischem Öl vor dem Zugriff von Gläubigern zu schützen. Das Dekret sieht die Schaffung eines Fonds vor, der Venezuela gehört, aber in den USA angesiedelt ist und unter der Kontrolle der US-Regierung steht. Bessent erwähnte in dem Reuters-Interview die Rolle der US-Export-Import-Bank bei der Absicherung von Finanzierungen für den Ölsektor Venezuelas.

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Aus Sicht von Trump kontrollieren die USA die venezolanische Ölindustrie längst. Am Freitag verklickerte er den Chefs von Ölkonzernen im Weißen Haus: »Sie verhandeln direkt mit uns, (…) wir wollen nicht, dass Sie mit Venezuela verhandeln.« Ziel des Treffens unter anderem mit Exxon Mobil und Conoco Philips war, sie zu Investitionen von 100 Milliarden US-Dollar in die venezolanische Ölindustrie zu bewegen. Der Exxon-Mobil-Chef Darren Woods zeigte sich äußerst skeptisch. Venezuela sei ohne umfassende Reformen »nicht investierbar«, sagte er. »Unsere Vermögenswerte wurden dort bereits zweimal beschlagnahmt«, sagte er. Dafür hat Spaniens größter Öl- und Gaskonzern Repsol seine Bereitschaft erklärt, mehr in Venezuela zu investieren und die Produktion dort in den nächsten zwei bis drei Jahren zu verdreifachen. Repsol ist in Venezuela zusammen mit dem italienischen Konzern ENI aktiv. (Reuters/AFP/dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 12.01.2026, Seite 8, Kapital & Arbeit

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