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Wo ist A. L.?

Das wahre Ausmaß des bayerischen Coronaversagens zeigt sich nur allmählich. Ursprünglich bestens gedacht und mit freiwilligen Tests für Urlaubsrückkehrer wieder mal gegen den Trend vorgeprescht, entwickelt sich Markus Söders Coronatestinitiative zum Rohrkrepierer. Sie könnte seine Chancen im Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union erheblich schmälern. Noch immer sind die bayerischen Behörden nicht imstande, die restlichen mehr als 40 positiv getesteten Personen ausfindig zu machen und zu benachrichtigen. Zum Teil, weil diese falsche oder Phantasienamen angegeben hätten (Gustl Hotzenplotz, Sepp Wolpertinger, Franz Beckenbauer u. ä.).

Als hätte man die Panne sorgfältig und generalstabsmäßig geplant.

Letzte Meldungen besagen, ein Tester und Mitarbeiter des ehrenamtlichen »Rotes Kreuz«-Teams, von dem man nur seine Namensinitialen A. L. kennt, sei selbst mit Corona infiziert. Hat er möglicherweise die 900 völlig gesunden Rückkehrer angesteckt? Laut Fahndungsbrief der bayerischen Polizei ist der betreffende Mitarbeiter circa 120 bis 130 Zentimeter groß, von stämmiger Figur (wie eine gelbe Wertstofftonne), hat Ähnlichkeit mit einem Hobbit oder Ork und sprich ausgeprägten Aachener Dialekt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.08.2020, Seite 11, Feuilleton

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