Nachschlag: Zerlabert
Molly’s Game. So., 22.25 Uhr, RTL 2
Eine Regie, wie sie im Buche steht, im Drehbuch nämlich. Man kann nur ahnen, welche Gräben in sich Aaron Sorkin hat überspringen müssen. Er, dessen Stärken von jeher in der Rede lagen und der in »Molly’s Game« zum ersten Mal Regie führte. »Dieses Drehbuch«, sagte er, »ist das visuellste, das ich je geschrieben habe, und das ist für mich keine Komfortzone.« Auf die ohnehin schon mit Dialogen überfrachteten 140 Minuten wird ein permanent laufender Kommentar der Hauptfigur Molly gelegt. Man sieht Geschehen, die Figuren kommentieren es und Molly als Quasierzählerin dann gleich noch mal. Von Worten zermürbt, geht man ins Zuhören über. Wortsprache lässt Bildsprache keinen Platz. Zudem serviert der Film damit ausdauernd seine eigene Interpretation gleich mit, nimmt dem Publikum also das Denken ab. Sorkin kann nicht unterlassen, alles zu verbalisieren, und man beginnt zu ahnen, dass ihn in der Vergangenheit manch ein Regisseur gekonnt im Zaum gehalten hatte und solche Begrenzung der Wortgewalt von außen wohl nötig war. (fb)
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jährlichen Verfassungsschutzberichten erwähnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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