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Kino

Die Branche boomt

Totgesagte leben länger. Die Kinos in Deutschland haben im vergangenen Jahr wieder mehr Tickets verkauft. Rund 118,6 Millionen Kinobesucher wurden nach Angaben der Filmförderungsanstalt (FFA) gezählt. Das waren etwa 13,2 Millionen mehr als noch 2018, als die Kinobranche die schlechtesten Zahlen seit Jahren geschrieben hatte.

»Es gab eine deutliche Erholung, aber die Zahlen liegen noch hinter den Erwartungen zurück«, sagte FFA-Vorstand Peter Dinges der Deutschen Presseagentur in Berlin. Das Besucherplus von 12,6 Prozent sei ein Erfolg. Es seien aber weniger Karten verkauft worden als im Fünfjahresschnitt (minus 2,2 Prozent). »Wir hatten im vergangenen Jahr zum ersten Mal wieder die vermissten Blockbuster, also Filme, die sich deutlich oberhalb von vier Millionen Besuchern einordnen«, sagte Dinges am Donnerstag. Besonders viele Tickets wurden für den Kinderfilm »Die Eiskönigin 2« (rund 5,69 Millionen Karten), für »Der König der Löwen« (5,57 Millionen), für den Superheldenfilm »Avengers: Endgame« (5,13 Millionen) und die Komödie »Das perfekte Geheimnis« (4,62 Millionen) verkauft. Die FFA sieht auch kein Kinosterben in Deutschland – statt dessen seien neue Filmtheater entstanden.

Dafür aber fehlen der Filmbranche in Berlin und Brandenburg Fachleute. »Beleuchter werden händeringend gesucht, Aufnahmeleiter, Produktionsleiter«, sagte Filmproduzent Florian Koerner von Gustorf (»Barbara«) am Montag in Potsdam. Die Branche habe im Moment deutlich unter Fachkräftemangel zu leiden, bestätigte auch die Geschäftsführerin der Filmförderung des Medienboards Berlin-Brandenburg, Kirsten Niehuus. »Das ist zumindest ein Indiz, dass die Branche boomt.« Das Medienboard Berlin-Brandenburg präsentiert sich mit zwölf geförderten Filmen auf der Berlinale, die auch in diesem Jahr Menschen belohnt, die über gutes Sitzfleisch, viel Geduld und warme Kleidung verfügen.

Anders gesagt, drei Tage vor dem offiziellen Start der 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin haben sich die ersten Warteschlangen vor den Ticketverkaufsschaltern gebildet. Am Montag morgen kamen Filmfans mit Campingstühlen, Thermoskannen und teilweise auch Schlafsäcken, um Karten zu ergattern. »Ich bin seit halb sechs hier, es waren doppelt so viele Menschen da wie sonst in den letzten Jahren«, sagte eine Berlinerin. Bei der Berlinale (20. Februar bis 1. März) laufen in diesem Jahr rund 340 Filme. Eröffnet wird das Festival am Donnerstag mit der Romanverfilmung »My Salinger Year« mit Sigourney Weaver. (dpa/jW)

junge Welt

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Erschienen in der Ausgabe vom 18.02.2020, Seite 11, Feuilleton

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