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Kunstbetrieb

Im Namen der Kunst

Wegen der Zulassung Russlands zu der bevorstehenden Biennale in Venedig hat die international besetzte Jury kurz vor Beginn der bedeutsamen Kunstausstellung (9.5.–22.11.) ihren Rücktritt erklärt. Die Veranstalter teilten daraufhin am Donnerstag mit, die Preisverleihung am 22. November statt am 9. Mai abzuhalten. Einer der beiden Preise kö nne »gemäß dem Grundsatz der Inklusion und der Gleichbehandlung« von jedem auf der offiziellen Teilnehmerliste verzeichneten Land gewonnen werden. Die Ausstellung in der italienischen Stadt stehe für »Offenheit, Dialog und die Ablehnung jeder Form von Abschottung oder Zensur«, erklärten die Biennale-Veranstalter weiter. Die Veranstaltung wolle und müsse »ein Ort des Waffenstillstands im Namen der Kunst, der Kultur und der künstlerischen Freiheit« bleiben.

Die Jury hatte vor einer Woche erklärt, keine Preise an Länder zu verleihen, gegen deren Staats- und Regierungschefs der Internationale Strafgerichtshof Haftbefehle wegen Kriegsverbrechen erlassen habe. Damit waren Russland und Israel gemeint. Im März hatten die Veranstalter der Biennale mitgeteilt, Russland zum ersten Mal seit Beginn des Ukraine-Kriegs 2022 wieder an der Kunstausstellung teilnehmen zu lassen. (AFP/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 04.05.2026, Seite 10, Feuilleton

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