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Volles Vertrauen

Für Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen konnte es kaum schlimmer kommen. Bundeskanzlerin Merkel hat ihr öffentlich (durch den Regierungssprecher Steffen Seibert) ihr volles Vertrauen ausgesprochen. Nichts fürchten Merkels Adlaten mehr, ist es doch ein sicheres Zeichen dafür, dass die Ministerkarriere bald zu Ende geht. Davon könnten Guttenberg, Jung und all die anderen ein Lied singen. Grund für Merkel uneingeschränktes Vertrauen ist der jüngste Skandal um den syrischen Flüchtling Franco A., der in seiner Freizeit als Oberleutnant bei der Bundeswehr jobbte.

Dass er seine blonden Haare zum Zopf gebunden und BH-Größe 75 D trug, dazu noch kein Arabisch sprach, ist keinem der Beamten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge aufgefallen. Woher soll ein BAMF-Mitarbeiter auch wissen, dass man in Syrien Arabisch spricht? Die Hälfte der Hamburger Abiturienten weiß es nicht! Dass Franco A. das »Horst-Wessel-Lied« leise summte und »Mein Kampf« unter seinem Arm versteckte, hielten die Sachbearbeiter (wie übrigens auch seine Bundeswehrvorgesetzten) für »dumme Jungenstreiche«.

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Jetzt verlangt die Opposition einen Untersuchungsausschuss. Sie will klären lassen, wie viele syrische Flüchtlinge heimlich und ohne gültige Arbeitserlaubnis als Oberleutnant bei der Bundeswehr beschäftigt sind.

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Erschienen in der Ausgabe vom 05.05.2017, Seite 11, Feuilleton

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