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Noch nicht organisiert

Zu jW vom 11. November: »Bahn will Dreiergespräch«

Immer wieder kann man lesen, dass die GDL das Verhandlungsmandat für das gesamte Zugpersonal beansprucht, konkreter und richtiger: für Zugbegleiter. Wenn die Situation in dieser Frage wirklich realistisch eingeschätzt werden soll - und das ist für Gewerkschafter unabdingbar, dann sollte es heißen, dass die Meinungen unter den Zugbegleitern hier stark auseinandergehen. Die Unterschiede werden noch größer, wenn man zwischen den verschiedenen Eisenbahnverkehrsunternehmen differenziert oder, was gegenwärtig bei der DB AG für Diskussionen sorgt, zwischen Fernverkehr und Nahverkehr. Denn natürlich kennen einige Kollegen der GDL aus dem Zugbegleitdienst die Vorstellungen ihrer Gewerkschaft zum anvisierten Tarifsystem - und halten damit nicht hinter dem Berg. Man wird nachdenklich, wenn ein Lokführer sagt, wenn euch der Klaus vertritt, verdient ihr weniger. (...) Wenn die GDL tariflich überzeugen will, um tatsächlich im Denken der überwiegenden Mehrzahl der Zugbegleiter als Interessenvertreter präsent zu sein, muss sie sich genau mit den Problemen auseinandersetzen, mit denen sich u. a. auch die EVG oder ver.di auseinandersetzen müssen. Denn es ist doch klar, kein Eisenbahner wird einen schlechten Tarifvertrag loben. Die Eisenbahner, die ich gesprochen habe, sagen: Die Bahngewerkschaften mögen an einem Strang ziehen und möglichst mit einer Stimme sprechen. Das dürfte für EVG und GDL eine besondere Verpflichtung sein und enthebt keine von beiden, selbstkritisch über sich nachzudenken. Denn tatsächlich ist der erhebliche Kreis der gewerkschaftlich noch nicht organisierten Kollegen das viel größere Problem.

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Herbert Münchow, per E-Mail

 

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.11.2014, Seite 14, Leserbriefe

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