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Türkei: »Rassecode« für Minderheiten

Ankara. Angehörige der weit weniger als ein Prozent der Gesamtbevölkerung umfassenden christlichen und jüdischen Minderheiten in der Türkei werden im Bevölkerungsregister des Landes mit geheimen »Rassecodes« markiert. Das enthüllte jetzt die in Istanbul erscheinende türkisch-armenische Wochenzeitung Agos. Öffentlich wurde diese schon bei Gründung der Türkischen Republik im Jahr 1923 eingeführte Praxis, nachdem eine Mutter ihr Kind an einer Schule für Angehörige der armenischen Minderheit anmelden wollte und zum Nachweis des für armenischstämmige Bürger geltenden »2er-Codes« aufgefordert wurde. So sollte die Mutter beweisen, daß sie nicht zum Christentum konvertiert war. Die Istanbuler Provinzbildungsdirektion bestätigte daraufhin die Existenz der bislang von den Behörden immer geleugneten Codes. Der Parlamentsabgeordnete Altan Tan von der prokurdischen Partei für Frieden und Demokratie (BDP) kritisierte, es sei »eine große Katastrophe, wenn der Staat illegal und im Geheimen seine eigenen Bürger nach Ethnie und Religion markiert.«
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Erschienen in der Ausgabe vom 03.08.2013, Seite 6, Ausland

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