-
09.01.2013
- → Feuilleton
Nachschlag: ARD-Profil
Kritik von Pleitgen
In einem Beitrag für die FAZ (Dienstag) lobt der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen den Film »Wadim« (siehe nebenstehenden »Vorschlag«) als »journalistisch meisterhaft«: »Am Ende sind unser Staat und sein Behördenapparat eindeutig der Unmenschlichkeit überführt.« Im FAZ-Interview erklärt er, fünf Talkshows pro Woche im Ersten seien »einfach zu viel des Guten«. Ihn habe gestört, daß sich alle vor einem Jahr auf Christian Wulff gestürzt, aber sich kaum um die Neonaziterrorgruppe NSU gekümmert hätten. Die Shows würden »wertvolle Formate verdrängen wie Dokumentationen oder Reportagen«. Die ARD solle »Spitzensendungen« produzieren, die sich »wie die BBC-Dokumentationen international gegen gutes Geld verkaufen lassen«. Offenbar nervt die ARD-Selbstzufriedenheit nicht nur Zuschauer.
(asc)
In einem Beitrag für die FAZ (Dienstag) lobt der ehemalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen den Film »Wadim« (siehe nebenstehenden »Vorschlag«) als »journalistisch meisterhaft«: »Am Ende sind unser Staat und sein Behördenapparat eindeutig der Unmenschlichkeit überführt.« Im FAZ-Interview erklärt er, fünf Talkshows pro Woche im Ersten seien »einfach zu viel des Guten«. Ihn habe gestört, daß sich alle vor einem Jahr auf Christian Wulff gestürzt, aber sich kaum um die Neonaziterrorgruppe NSU gekümmert hätten. Die Shows würden »wertvolle Formate verdrängen wie Dokumentationen oder Reportagen«. Die ARD solle »Spitzensendungen« produzieren, die sich »wie die BBC-Dokumentationen international gegen gutes Geld verkaufen lassen«. Offenbar nervt die ARD-Selbstzufriedenheit nicht nur Zuschauer.
(asc)
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Solidarität jetzt!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!
→ mehr aus dem Ressort Feuilleton