Zum Inhalt der Seite

Türkei: Proteste gegen Staatsterror

Diyarbakir. Zehntausende Kurden haben am Mittwoch in den Städten Diyarbakir und Batman im Osten der Türkei gegen den »Staatsterror« der türkischen Polizei protestiert. Am vergangenen Wochenende hatte die Polizei Demonstrationen anläßlich des zehnten Jahrestages der Verschleppung des PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan angegriffen. Nach einer ersten Bilanz der Partei für eine Demokratische Gesellschaft DTP wurden dabei landesweit rund 400 Personen festgenommen. Gegen mindestens 61 von ihnen wurden inzwischen Haftbefehle wegen »Werbung für eine terroristische Organisation« – gemeint ist die Arbeiterpartei Kurdistans PKK –oder »Teilnahme an illegalen Aktionen« erlassen. 18 Verhaftete sind minderjährig. Viele Festgenommene gaben gegenüber dem Menschenrechtsverein IHD an, in Haft gefoltert und mißhandelt worden zu sein. Bei den Polizeiangriffen seien rund 100 Personen verletzt worden, heißt es in der Bilanz. Sicherheitskräfte hatten in Diyarbakir unter anderem eine Gasbombe in ein Gebäude der DTP geworfen, in das sich Dutzende Frauen mit kleinen Kindern geflüchtet hatten.
junge Welt

Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.

Bezahlmethoden:

Mit Absenden erklärst du dich mit der DSGVO-konformen Datenverarbeitung einverstanden

Erschienen in der Ausgabe vom 20.02.2009, Seite 6, Ausland

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?

→ Teilen und weiterempfehlen
Solidarität jetzt!

Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.

In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.

Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!