Schweiz
Von Jürgen Roth
Sechs Thesen zu den Eidgenossen (warum nicht?).
1. Der Schweizer bezeichnet ein Großereignis als Großanlass. Infolgedessen unterliegt er im Riesenslalom der Männer einem Brasilianer.
2. Wach odermatt? »Von allmen ein bisschen.« (Bernd Schmelzer) »Der beste Skifahrer der Vergangenheit, der Gegenwart und sonst auch« (Felix Neureuther), dieser der Sage nach unbezwingbare M. Odermatt, musste sich im Super-G dem Bergbauern Franjo von Allmen geschlagen geben. »Was ist mit diesem Menschen los, Franjo von Allmen?« sinnierte Neureuther daraufhin. Antwort: Er trinkt im Schweizer Haus Bier wie ein Brite (Doping).
3. »Skisport in der Schweiz: absolute Nummer eins. Über achtzig Prozent Marktanteil.« (Neureuther) Sintemalen sie anderswo nichts auf die Reihe, auf die Kette kriegen, nicht im Tiefschneesackhüpfen, nicht im Eishockeystockverbuddeln, nicht beim Rodelschlittenwerfen. Grosso modo: totale Pleite, generalisierte Vergeigung. Quo vadis, Schweiz?
4. Uhren können sie bauen, Bobs offenbar nicht mehr. Wo sind Erich Schärer, Josef Benz, Gustav Weder, Donat Acklin, Martin Annen, Beat Hefti, Markus Nüssli, Beat Seitz geblieben? Schweigen in dunklen Wäldern.
5. In der Causa Curling säuselte Benni Zander vom ZDF: »Zardini Lacedelli, mehr geht in Sachen italienische Namen nicht mehr.« Fürwahr. Einigermaßen nah dran dennoch die deutschen Männer: Muskatewitz, Messenzehl, Trevisiol. Dagegen die Schweizer Steineschmeißer: Schwaller, Michel, Pätz, Howald. Say no more. (Alright, Männer und Frauen erreichten die Halbfinals, scheiß drauf.)
6. »Die Schweizer haben hier wirklich keine guten Olympischen Spiele gehabt.« (Marco »aktiv« Büchel, Liechtenstein, ZDF) Is’ so. Voll verhauen. Ois vergrützt.
(Schönheitsfehler aktueller Edelmetallspiegel, Stand Freitag in der Frühe: Schweiz Platz sieben, Deutsches Reich Platz acht. Da steht ein Staatsbesuch mit Kavallerie an.)
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