Im September 1926 besetzten Erwerbslose aus Wien und Umgebung unbesiedeltes Augebiet zwischen Orth und Mannsdorf. Mit der Aussicht auf ein Ersatzgelände gaben sich nicht alle zufrieden. Sie forderten nicht nur Grund und Boden, sondern ein Bodenzuweisungsgesetz.
Im Comic »Neue Abenteuer des unglaublichen Orpheus« überlässt Charon Michel Foucault das Steuer seines Kahns auf der Fahrt durch die dunkle Unterwelt. Eine durchaus angemessene Dienstreise. Die Philosophie ist tot, aber sie fährt auf ungewissem Kurs weiter.
Seit mehr als 200 Jahren erhält das Wort »Maschinensturm« schlechte Presse. Doch die Ludditen zielten nicht auf »die Technik«, sondern bekämpften eine Form von Technologie, die sie und ihre Fertigkeiten zum Eigentum anderer machte.
Prekär heißt ursprünglich nicht einfach schlecht bezahlt, sondern vor allem: widerruflich. Entsprechend gehört dem modernen Prekären seine Existenzgrundlage nicht: Der in Aussicht gestellte Lohn bzw. Honorar kann ihm mangels vertraglicher Absicherung jederzeit verweigert werden
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichteten Wiener Proletarier in Kaisermühlen eine Siedlung. Der sozialdemokratischen Stadtverwaltung war die wachsende »G'stettn« ein Graus, entsprach sie doch nicht der Vorstellung vom Arbeiterwohnen.
In Österreich ist Sprachskepsis seit Karl Kraus ein großes Thema. Zuletzt kam der Lord-Chandos-Brief jedoch verspätet an – dabei könnte die Kritik am sozialdemokratischen Herrschaftsjargon derzeit nicht größer sein.
Der Linux-Kernel wird 35. Was als Hobby des finnischen Informatikstudenten Linus Torvalds begann, erinnert bis heute daran, dass Computer auch anders können: offen, gemeinsam – und ohne Anspruch auf Eigentum
Die Kolonistenprozesse des Jahres 1929 setzten die Siedler in der Wiener Lobau zunehmend unter Druck. Mitten im proletarischen Besiedlungsgebiet etablierte Peter Waller eine völkisch-esoterische Ämterwelt. Binnenkolonisierung in Österreich (Teil 2 und Schluss)
1927 wurde die Wiener Lobau zum Schauplatz eines außergewöhnlichen Besiedlungsprojekts. Arbeitslose griffen zu Harke und Spaten, um sich eigenmächtig neue Existenzen aufzubauen – und gerieten in einen Konflikt mit der Sozialdemokratie. Über Binnenkolonisierung (Teil 1 von 2)
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Gewürdigt wurden beim diesjährigen Bachmannpreis-Wettlesen vor allem Irritationsmomente: Unterbrechungen, Leerstellen – und damit auch Möglichkeitsräume. In der Diskussion fiel das Schlüsselwort: »Erzählökonomie« (Tingler).
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Helga Schubert, Bachmannpreisträgerin des Jahres 2020, leitete am Mittwoch den Jubiläumsjahrgang mit den Worten »Und führe uns nicht in Versuchung« ein. Doch der Begriff sitzt auf säkularem Sockel. Schuld und Moral verschwinden zugunsten einer profanen Exegese.