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EU-Sozialkommissar fordert Mindestlöhne

Köln. Kurz vor der Runde der großen Koalition am Montag hat EU-Arbeitsmarkt- und Sozialkommissar Vladimir Spidla die Bundesregierung aufgefordert, einen gesetzlichen Mindestlohn einzuführen: »20 EU-Mitglieder haben einen Mindestlohn und gute Erfahrungen damit gesammelt. Warum sollte es in Deutschland anders sein?« sagte Spidla laut Vorabmeldung im Interview mit der Zeitschrift Capital. Spidla warnte weiterhin vor einer Zunahme atypischer Beschäftigung wie Minijobs oder Zeitarbeit. »Ich halte den Boom bei den prekären Arbeitsverhältnissen für sehr gefährlich«, sagte Spidla. Zwar könne kurz nach dem Berufseinstieg das Hin- und Herspringen zwischen Jobs unter der Rubrik »Erfahrung sammeln« laufen. »Aber wenn man erst einmal in den Kreislauf des Prekariats hineingeraten ist, besteht die große Gefahr, daß man dort für die Ewigkeit gefangen bleibt«, sagte Spidla. (jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 18.06.2007, Seite 9, Kapital & Arbeit

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