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Bildersturm

In der französischen Kleinstadt Ploërmel (Bretagne) soll am 10. Dezember eine riesige Statue von Papst Johannes Paul II. eingeweiht werden. Geladen sind »First Lady« Bernadette Chirac und Innenminister Nicolas Sarkozy. Die Initiative kommt vom konservativen Bürgermeister Paul Anselin (75). »Die Leute haben das Recht zu demonstrieren«, sagte er kürzlich nach einem Protestmarsch von 500 Menschen in seinem 10000-Einwohner-Städtchen. Die Demonstranten klagen die Trennung von Kirche und Staat ein, für Anselin ist dies »kommunistische Agitation«. Ursprünglich hatte er die Einweihung für den 9. Dezember angesetzt, den Jahrestag des Gesetzes zur Trennung von Staat und Kirche in Frankreich von 1905. Der Termin wurde verschoben, nachdem sich ein »Kollektiv« gegen die Statue gegründet hatte. Die Lehrerin Marylène Guillaume gehört diese Gruppe an. Sie sagte unter Verweis auf das 2001 abgerissene Abbild eines Sektenführers im Süden Frankreichs: »Wir werden sie zerstören lassen – wie die Statue des Mandarom«.

(AFP/jW)
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Erschienen in der Ausgabe vom 04.12.2006, Seite 13, Feuilleton

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