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»Elbit kämpft in Gaza wie eine Einheit« Dr. Shir Hever

Dr. Shir Hever sollte im Ulm-5-Prozess aussagen. Die Richterin ließ ihn nicht.

Dr. Shir Hever forscht seit 17 Jahren zu Elbit Systems, Israels größtem Rüstungskonzern. Im Oktober hat ihn die Verteidigung im Prozess gegen die »Ulm 5« vor dem Oberlandesgericht Stuttgart-Stammheim als Sachverständigen benannt. Die Vorsitzende Richterin Kathrin Lauchstädt lehnte es ab, ihn anzuhören. Im Interview mit dem Podcast »Die rote Linie« der Jungen Welt erklärt Hever, was er dem Gericht mitteilen wollte und warum das aus seiner Sicht wichtig ist. Elbit sei dabei kein gewöhnliches Privatunternehmen, widerspricht Hever. Formal befinde sich der Konzern zu 100 Prozent in privater Hand, in der Praxis agiere er aber wie »ein Zweig des israelischen Staates«. Elbit »kämpft in Gaza wie eine Einheit« mit der Armee. Wie eng beides verzahnt ist, zeige schon die Personalie des stellvertretenden Elbit-Präsidenten Mickey Edelman: Er ist Generalmajor der Reserve und hat selbst in Gaza gekämpft. Der Ulmer Standort geht auf die deutsche Firma Telefunken Racoms zurück, die Elbit 2004 übernahm. Im dortigen Labor für Tactical Data Links werden softwaredefinierte Funkgeräte entwickelt. Der Wert von Ulm liege weniger im Versand von Hardware als in Forschung und Software, die sich viel schwerer kontrollieren ließen und die Waffen nach Hevers Einschätzung »tödlich« machten. Elbit betrachte Deutschland als »ein Loch im internationalen Völkerrechtssystem«, sagt Hever, als einen Ort, an dem der Konzern nicht fürchten müsse, für illegale Aktivitäten zur Rechenschaft gezogen zu werden. Er verweist auf eine Aussage bei einer Aktionärsversammlung, wonach Ulm der sechstwichtigste Standort weltweit sei.

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Erschienen am 30.10.2026, Inland

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