Zwei Auftritte
Der US-Rapper Macklemore ist nach propalästinensischen Äußerungen von der US-Tournee des britischen Popstars Ed Sheeran ausgeschlossen worden. Dies teilte Macklemore am Montag in den sozialen Medien mit und verwies auf seine »Free Palestine«-Rufe während eines Konzerts am 4. September im Metlife-Stadion im Bundesstaat New Jersey. Die Messina Touring Group, der Veranstalter des US-Teils von Sheerans Tournee, sagte dem Magazin Rolling Stone, die Eigentümer der Veranstaltungsorte würden für die kommenden Termine keine Konzerte mit Macklemore im Programm zulassen.
Der Lobbyverband Israeli-American Council hatte zuvor eine Petition gestartet, in der Sheeran aufgefordert wurde, Macklemore von der Tournee auszuschließen. Der Rapper erklärte auf Instagram, der Milliardär und Besitzer des American-Football-Teams New England Patriots, Robert Kraft, habe Unterstützung bei einigen Stadionbesitzern gesammelt. Diese hätten Sheeran mitgeteilt, dass er nicht in ihren Stadien auftreten dürfe, falls Macklemore Teil der Tournee bleibe. Der mit dem Rapper schon lange befreundete Sheeran habe dem Druck nachgegeben, um sein unpolitisches Image zu wahren.
Macklemore positioniert sich seit langem propalästinensisch und kritisiert israelische Verbrechen an der palästinensischen Zivilbevölkerung im Gazastreifen sowie im Westjordanland. »Ein Hauptgrund, warum ich diese Tournee überhaupt machen wollte, ist, dass ich in solchen Stadien stehen und zwei Worte sagen kann, die mir sehr am Herzen liegen: ›Free Palestine‹«, hatte Macklemore Anfang des Monats während des Konzerts gesagt. »Ich möchte, dass diese Worte laut und deutlich sind, damit die Menschen vom Gazastreifen bis zum besetzten Westjordanland wissen, dass wir sie nicht vergessen haben.« Der Musiker sollte bei acht der zehn verbleibenden Konzerte von Sheerans Tournee auftreten.
Macklemore wies den Vorwurf des Antisemitismus zurück. Kritik am Vorgehen Israels als antisemitisch zu erklären, ziele darauf ab, die israelische Verantwortung zu umgehen, erklärte der Rapper. Wenn seine beiden Auftritte geholfen hätten, die Diskussion zurück auf die Lage in Palästina zu lenken, sei es die erfolgreichste Tour, auf der er je gespielt habe. (Reuters/jW)
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