Kubanischer Krankenhausdirektor: Die Blockade straft ein ganzes Volk – an jedem einzelnen Tag
Auf der Protestwache für Kuba vor der US-Botschaft am Brandenburger Tor in Berlin wurde am Sonntag ein Bericht von Pedro Rosales, Direktor des Krankenhauses Miguel Enríquez in Havanna, über die Folgen der Blockade für das Gesundheitswesen der Insel verlesen:
Im Gesundheitswesen gefährden die durch die Energieblockade verursachten Schäden unmittelbar das Leben der Patienten, das macht den grausamen, völkermörderischen Charakter der Blockade aus.
US-Staatssekretär Lester D. Mallory schrieb in seinem Memorandum vom 6. April 1960, dass umgehend alle nur möglichen Mittel eingesetzt werden müssten, um das Wirtschaftsleben Kubas zu schwächen, eine Vorgehensweise, die – so geschickt und diskret wie möglich – auf größtmögliche Fortschritte dabei abzielen soll, Kuba von Geld und Lieferungen abzuschneiden, um seine finanziellen Ressourcen und die Reallöhne zu verringern, um Hunger, Verzweiflung und den Sturz der Regierung herbeizuführen.
Formal trat die Blockade am 3. Februar 1962, mit Unterzeichnung der Durchführungsverordnung 3447 über die Handelsblockade gegen Kuba, durch den damaligen Präsidenten John F. Kennedy in Kraft.
Das ist eine anhaltende Politik wirtschaftlichen, finanziellen, migrationspolitischen, diplomatischen, technologischen und extraterritorialen Drucks gegen Kuba. Sie zielt darauf ab, das kubanische Volk zu bestrafen, seine Wirtschaft zu ersticken und Drittländer, Unternehmen und Personen zu verfolgen, die rechtmäßige Verbindungen zur Insel unterhalten. Und das stellt eine eklatante, systematische und massive Verletzung der Menschenrechte aller Kubanerinnen und Kubaner dar.
Die Regierung der USA verschärft in bislang nie dagewesenem Ausmaß die Blockade, sie betreibt eine multidimensionale Aggression gegen Kuba, sie intensiviert diese Politik ständig, anhaltend und ungebremst.
Dadurch hat das kubanische Volk eine Verschlechterung seiner Lebensqualität und unermessliche humanitäre Schäden erlitten.
Die Auswirkungen der Blockade für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung sind zermürbend, faschistisch, schmerzhaft, denn durch die errichteten finanziellen Hindernisse wird die erfolgreiche Behandlung von Krankheiten verhindert – Banken werden mit millionenschweren Geldstrafen davon abgehalten, Transaktionen mit Kuba durchzuführen, Unternehmen werden erpresst, ihnen wird der Technologiehandel im Bereich Gesundheitsversorgung verboten. Reedereien werden schikaniert, um Transporte nach Kuba zu blockieren.
Dadurch muss Kuba Einkäufe in Drittländern tätigen, die mit höheren Kosten verbunden sind, da höhere Zinsen fällig werden. Zudem verzögert sich damit die Anlieferung dieser Produkte.
Das durch die Blockade von Treibstoffkäufen verschärfte Energiedefizit hat zu einer Verschlechterung der Stromerzeugung und -versorgung geführt, was wiederum negative Auswirkungen auf den Betrieb der Geräte im Krankenhaus, wie Inkubatoren, Beatmungsgeräte und Anästhesiegeräte, hat, die den Krankheitsverlauf der Patienten unmittelbar beeinflussen. Es führt fast immer zu tödlich endenden Komplikationen.
Die instabile Energieversorgung beeinträchtigt auch die Funktionsfähigkeit der Diagnosegeräte. Letztlich verzögern die auftretenden technischen Störungen bis hin zum Geräteausfall die Durchführung wirksamer Behandlungen.
Wir müssen weiterkämpfen und unsere Stimme weltweit erheben, damit die Welt von der grausamen Blockade erfährt, der das kubanische Volk ausgesetzt ist – sie ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Weg mit der Blockade!
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