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»Rheinmetall entwaffnen«

Abgeschrieben: Mehr als 200 Verletzte bei Demo in Köln

Foto: Benjamin Westhoff/dpa
Großes Polizeiaufgebot am Sonnabend in Köln

Die »Sanitätsgruppe Süd-West e. V.« der »Demosanitäter« veröffentlichte am Sonntag folgende Pressemitteilung:

Am gestrigen Sonnabend sicherten wir die Großdemonstration zum Abschluss des »Rheinmetall entwaffnen«-Camps in Köln ab. Bereits seit Dienstag wurde mit verschiedenen Aktionen praktisch gegen die Militarisierung der Gesellschaft demonstriert und sich auf dem Camp in vielen Workshops theoretisch mit dem Thema auseinandergesetzt. Die Großdemonstration startete gegen 13 Uhr mit einer vierstelligen Anzahl Teilnehmer*innen vom Bahnhofsvorplatz am Dom. Davor war ein Teil der Demonstrierenden bereits vom Camp am inneren Grüngürtel aus mit einer Spontandemonstration zum Auftaktkundgebungsort gelaufen.

Nach circa 900 Metern kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei. In dem Zuge wurde ein Großteil der Demonstration von der Polizei eingekesselt. Später wurde der hintere Teil der eingekesselten Personen aus der Maßnahme entlassen. Eine dreistellige Anzahl Personen verblieb jedoch insgesamt über circa sechs Stunden in der Einkesselung. Nach Auflösung des Polizeikessels liefen die verbliebenen Aktivist*innen in einer spontanen Demonstration zurück zum Camp und beendeten auf diese Weise die ursprünglich geplante Demonstrationsroute. Die Sanitätsgruppe Süd-West e. V. übernahm zusammen mit den Demosanitäter*innen aus Köln, dem Sanitätsnetzwerk Hamburg und den Demosanis Düsseldorf die sanitätsdienstliche Absicherung der Großdemonstration.

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Durch die Polizeimaßnahmen kam es über mehrere Stunden wiederkehrend zu vielen verletzten Demonstrant*innen, die durch den Sanitätsdienst behandelt werden mussten. Dazu errichteten unsere Sanitätskräfte eine Verletztenablage in der Nähe des Polizeikessels, in der Personen behandelt und bei Bedarf an den öffentlichen Rettungsdienst übergeben werden konnten. An dieser Stelle möchten wir uns bei der Feuerwehr Köln und dem Deutschen Roten Kreuz für die professionelle und kollegiale Zusammenarbeit bedanken. Während und nach der Demonstration behandelten wir auch in der Sanitätsstation auf dem Camp eine höhere Zahl an Personen, die auf der Demonstration verletzt wurden und ins Camp zurückkehrten. Besonders auffällig war dabei die hohe Zahl an Verletzten mit Kopf- und Gesichtsverletzungen.

Im Folgenden schlüsseln wir die Verletztenzahlen des Tages genauer auf:

1.) 70 Behandlungen auf der Demonstration (27mal chirurgisch, 38mal internistisch, fünfmal psychisch – davon acht Übergaben an Rettungsdienst/Krankenhaus/Arztpraxis) 2.) 157 Behandlungen im Camp während und unmittelbar nach der Demonstration (149mal chirurgisch, fünfmal internistisch, zweimal psychisch, einmal Reizgas – davon 14 Übergaben an Rettungsdienst/Krankenhaus/Arztpraxis). Daraus ergeben sich insgesamt 227 Behandlungen (176mal chirurgisch, 43mal internistisch, siebenmal psychisch, einmal Reizgas – davon 22 Übergaben an Rettungsdienst/Krankenhaus/Arztpraxis). Während des Einsatzes wurden unsere Sanitätskräfte wiederholt bei ihrer medizinischen Arbeit von der Polizei behindert. Sanitäter*innen wurden in mehreren Fällen von der Polizei geschubst, und häufiger war eine Verbringung von Patient*innen in die Verletztenablage zur Behandlung erst nach längerer Diskussion und Intervention durch unseren Notarzt oder Einsatzleiter möglich. Trotzdem konnten letztlich alle Patient*innen entsprechend den Erfordernissen behandelt werden.

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Erschienen in der Ausgabe vom 07.09.2026, Seite 3, Abgeschrieben

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