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Was bewirkt eine Protestwache für Kuba?
Direkt an der Vertretung des Aggressors soll ein Zeichen gegen die US-Kriegsvorbereitungen gesetzt werden, sagt Edgar Göll
Vergangene Woche hat US-Außenminister Marco Rubio das zehnte Zwangsmaßnahmenpaket dieses Jahres angekündigt. Alle paar Tage bringt die US-Regierung neue Grausamkeiten gegen Kuba vor. Am 12. September beginnt deshalb eine einwöchige Protestwache nahe der US-Botschaft in Berlin. Was ist geplant?
Die einwöchige Protestwache ist bitter nötig, denn die Eskalation des Trump- und Rubio-Regimes nimmt kein Ende. Wir wollen ein Zeichen setzen und Aufmerksamkeit generieren, direkt an der Vertretung des Aggressors hier in der BRD, der US‑Botschaft. Zum Auftakt findet am 12. September eine Fahrraddemonstration statt, die um zwölf Uhr vor der kubanischen Botschaft starten wird. Nach einer Begrüßung mit Statements wird sich die Demo in Richtung US-Botschaft bewegen. Unterwegs stoppen wir noch einmal vor dem Auswärtigen Amt, um das Schweigen und Paktieren der Bundesregierung anzuprangern. Von dort radeln wir zum Brandenburger Tor zu einer Schlusskundgebung und werden symbolisch die Blockade einreißen. Von dort wird um 15 Uhr der Veranstaltungsort erreicht, wo dann die Protestwache startet.
Mit dieser Aktion möchten wir informieren, dass die Verbrechen gegen Kuba von seiten der USA und der Mittäter aufhören müssen. Aber wir wollen auch aktivieren. Die Protestwache, die Tag und Nacht stattfindet, ist als Anlaufpunkt für Interessierte gedacht, die etwas über Kuba oder auch über unsere Solidaritätsbewegung erfahren wollen.
Durch die Verschärfungen der bereits seit mehr als 65 Jahren andauernden US-Blockade gegen Kuba verschlechtert sich die humanitäre Lage ständig weiter. Welche Gruppen und Organisationen kämpfen dagegen und sind an der Mahnwache beteiligt?
Die Protestwoche ist seit Monaten in Vorbereitung, wird von über 70 Organisationen, Institutionen, Vereinen und auch Einzelpersonen unterstützt. Mit dabei sind junge Welt, ND, Cuba sí, die Bundestagsfraktion Die Linke, SDAJ, Netzwerk Cuba, DKP, die Freundschaftsgesellschaft BRD–Kuba und viele weitere. Jeder kann bei der Protestwache vorbeikommen. Tagsüber gibt es Mitmachangebote, Filme werden gezeigt, Informationen verteilt und Spiele angeboten. An den beiden Sonnabenden um 15 Uhr und unter der Woche abends ab 18 Uhr beginnen dann ausgewählte Programme.
In der Woche vom 12. bis zum 19. September soll die Mahnwache rund um die Uhr durch Freiwillige besetzt sein. Wie kann das gestemmt werden?
Das Verbrechen, das von seiten des US-Imperiums gegen Kuba praktiziert wird, ist nicht nur ein extremer Fall von Menschenrechts- und Völkerrechtsverletzungen, sondern auch ein Angriff auf Frieden, auf Multilateralismus und die Zusammenarbeit der Völker. Der Imperialismus schlägt wild um sich während des Verlusts seiner Hegemonie: Venezuela, Iran und Palästina sind einige Beispiele. Dagegen muss geballt vorgegangen werden. In der BRD gibt es viele Menschen, die diese Vernichtungspolitik konfrontieren wollen und Widerstand leisten. Und die Solidaritätsgruppen sind intensiv dabei. Wir sind dieses Wochenende sowohl mit einem Stand als auch mit Veranstaltungen bei den UZ-Friedenstagen in Berlin vertreten. Potentielle Mitstreiter können sich bei uns am Stand melden, Freiwillige sind immer willkommen.
Energieversorgung, das kubanische Gesundheitssystem, das Bildungssystem – bürgerliche Medien informieren kaum über die Errungenschaften der Revolution und die Auswirkungen der US-Blockade.
In den vergangenen Monaten ist zu beobachten, dass auch in den Mainstreammedien über die akuten Probleme in Kuba berichtet wird, jedoch adressieren sie die kubanische Regierung als Verursacher der dramatischen Lage, nicht die USA mit ihrer unmenschlichen Blockadepolitik. Eine typische Täter-Opfer-Umkehr. Bei unserer Protestwache sind wir auch tagsüber für Gespräche offen und werden werktags jeden Abend ab 18 Uhr ganz konkrete Informations- und Kulturevents veranstalten, um über einzelne Felder der kubanischen Gesellschaft und Errungenschaften der Revolution zu berichten, unter anderem über Energie, Gesundheit, Bildung und Jugend.
US-Kriegsminister Pete Hegseth hat Mitte Juni 2026 den US-Stützpunkt Guantanamo Bay auf Kuba besucht und sich mit dort stationierten Soldaten ablichten lassen. Ein militärischer Angriff der USA auf die Inselrepublik scheint nicht mehr ausgeschlossen. Was kann eine Protestwache in so einem Fall ausrichten?
Wir werden genau über diese Absichten informieren, die so gut wie nicht bekannt sind. Allein im Februar dieses Jahres wurden mehr als 24 Spionagedrohnen über Kuba gesichtet, die Teile der Insel mehrere Stunden lang umkreist haben – vermutlich, um mögliche Ziele auszuspähen und für einen militärischen Angriff zu definieren. Gegen solche Kriegsvorbereitungen protestieren wir scharf. Zudem üben wir mit der Mahnwache eine Aktionsform, um vorbereitet zu sein, wenn es zu einem Angriff der USA kommen sollte. Los geht’s am 12. September!
Edgar Göll ist Zukunftsforscher und Vorsitzender des bundesweiten Netzwerks Cuba e. V.
→ Protestwache »No War on Cuba!«, 12. bis 19. September 2026 vor der US-Botschaft am Brandenburger Tor, Berlin. Weitere Informationen: www.unblock-cuba.org
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