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Nachschlag: Am Werk vorbei

→ Schachnovelle. Fr., 20.15 Uhr, 3Sat

Foto: Julia Terjung/Studiocanal/SWR/ARD Degeto
Schach dem Vernunftprinzip

Der Film zu einem Buch, das seine Wucht aus seiner Stille bezieht. Leider setzt die Adaption das Prinzip außer Kraft. Zweigs Dr. B. ist in der Isolation ganz in sich geworfen, muss sein naturgemäß divergentes Denken durch konvergentes ersetzen. Der strenge Rahmen der Schachregeln widerspiegelt die Begrenztheit des Raums, aus dem es nur nach innen eine Ausflucht gibt. Was Dr. B. in der äußerlichen Welt festhält und ihm die Freiheit raubt, wird ihm in der innerlichen Welt zum Halt und ermöglicht ihm Freiheit. Da der Film die Haft permanent unterbricht durch dramatische Folter- oder mehr oder minder subtile Verhörszenen oder hektische Sprünge in die Rahmenhandlung (was Zweig nicht ohne Grund vermieden hatte), geht die wuchtige Wirkung des Buchs verloren. Was Isolation bedeutet – die drohende Gefahr, an sich selbst und dem Mangel an äußerlichen Reizen irre zu werden –, kann so bestenfalls behauptet, aber nicht erfahren werden. Eine peinlich surreale Finalszene und ein belanglos prosaischer Epilog schließen den Fehlgriff ab. (fb)

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Erschienen in der Ausgabe vom 24.08.2026, Seite 14, Feuilleton

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