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100. Geburtstag Fidel Castro

Weltweit über Kuba hinaus

In der jW-Galerie ist bis zum 2. Oktober die Fotoausstellung »¡Hasta siempre, Fidel!« zum 100. Geburtstag Fidel Castros zu sehen

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Revolutionsplatz, Havanna (28.9.2010)
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Revolutionsplatz, Havanna (28.9.2010)
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Fidel als Dreijähriger, 1929

Wie jemanden ehren, den weltweit Milliarden Menschen achten, der aber verboten hat, seinen Namen für öffentliche Orte zu verwenden? Auf keinen Fall ein Denkmal haben will? Verhindern kann aber selbst ein Fidel Castro nicht, dass seinen 100. Geburtstag, der am Donnerstag weltweit begangen wurde, Verteidiger der Kubanischen Revolution nutzen, um zusammenzukommen, um ihn und das so stark wie nie gefährdete Kuba zu feiern.

Berlin machte keine Ausnahme, genauer: jW und ihre Maigalerie. Dort drängten sich am Donnerstag abend weit über 100 Menschen zur Gratulation an Fidel und an sein Land, diese beiden Wunder revolutionärer Geduld und Zähigkeit. Die Galerie eröffnete die Fotoausstellung »¡Hasta siempre, Fidel!«, was sich mit »Auf immer, Fidel!« übersetzen lässt und an den Abschiedsbrief Che Guevaras an den Comandante en Jefe von 1965 anklingt. Es wurde ein wichtiger Abend in diesem »Sommer der Solidarität«, ein mobilisierendes Treffen für die Tag-und-Nacht-Protestwache vor der US-Botschaft am Berliner Brandenburger Tor vom 12. bis zum 19. September: »No War on Cuba!« Es lag Spannung in der Luft: Was US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister Marco Rubio vorhaben, stößt weit über den Kreis der Kuba-Solidarität auf Ablehnung.

Der jW-Chefredakteur Nick Brauns hatte unter anderem mit dem Satz begrüßt, die Zeitung trete gegen die Dämonisierung Kubas an, gegen Lügen, »weil Kuba wichtig für die Menschen in Deutschland ist«. Nie habe Fidel das strategische Ziel, den Sozialismus, aus den Augen verloren. Die Botschafterin Kubas in Deutschland, Juana Martínez González, brachte das auf den Punkt: Fidel wirkte und wirkt weit über Kuba hinaus, weil er im Sinne des Wortes ein Humanist war, dafür kämpfte, dass Menschen als Menschen behandelt werden. Weil das so war und weil die Revolution so ist, leistet Kuba, leistet seine Bevölkerung auch jetzt unter unsäglichen Umständen Widerstand, nach Monaten, in denen kein Öltanker die Insel erreichte. Es geht nicht nur um Gerechtigkeit für Kuba, sondern für die Welt. Die Diplomatin erntete ein lautstarkes Echo, als sie am Ende ihrer Ansprache rief: »¡Viva la Solidaridad! ¡Viva la Revolución! ¡Viva la Amistad entre Cuba y Alemania!« Einige im Saal ließen auch den Kommunismus hochleben.

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Bevor eine andere Welt möglich wird, ist Widerstand nötig. Gegen das Imperium, gegen den Katastrophenkapitalismus. Kuba verwirklicht das seit 1959. Die Fotografien Roberto Chiles, die hier bis zum 2. Oktober zu sehen sind, zeigen einen gelassenen, nachdenklichen, aber auch entschlossenen Fidel Castro. Hinzu kommen Fotos der kubanischen Fotografen Raúl Abreu und Alex Castro. Im zweiten Raum folgen historische Bilder aus der Kindheit und Jugend, von den Kämpfen in der Sierra Maestra bis zum Sieg. Viel Unbekanntes. Wer sehen kann, wird Kraft gewinnen. Mehr Ehrung ist nicht zu haben.

Die Ausstellung »¡Hasta siempre, Fidel!« in der Torstraße 6, 10119 Berlin, ist jeden Donnerstag von 13 bis 19 Uhr geöffnet und nach telefonischer Vereinbarung (unter 030/53 63 55 54) auch an anderen Werktagen zu besichtigen.

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Erschienen in der Ausgabe vom 15.08.2026, Seite 4, Wochenendbeilage

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