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Krieg gegen Palästinenser

Kein Ende des Tötens in Gaza

Israel greift fast täglich palästinensisches Gebiet an und weitet Kontrolle aus

Von David Siegmund-Schultze
Foto: Ebrahim Hajjaj/REUTERS
Zeichen der Besatzung: Gelbe Grenzmarker inmitten von Gazas Trümmern (15.6.2026)

Am Montag morgen tötete Israels Militär drei Menschen in Deir Al-Balah im Gazastreifen. Darunter ein Kind, wie Ärzte vor Ort berichteten. Am Sonntag wurden bei verschiedenen Angriffen fünf Palästinenser getötet. Eine von ihnen war die 13jährige Eileen Al-Farra. Einem weiteren Kind wurde in den Kopf geschossen, und es schwebt in Lebensgefahr. Am Sonnabend waren es zwei Brüder, die bei einer Drohnenattacke getötet wurden. Die Liste ließe sich fortführen. Seit der im Oktober zwischen Tel Aviv und der Hamas vereinbarten Waffenruhe tötet die Armee noch immer fast täglich Menschen im Gazastreifen.

Doch das Leid der Palästinenser ist aus den Schlagzeilen verschwunden. Dabei sind sie ohne Ablass der Gewalt des israelischen Staats ausgesetzt – durch Bomben, Artilleriegeschosse, Sniperkugeln; aber auch in Form der Blockade von Lebensmitteln, Zelten, schwerem Gerät zum Beseitigen der Trümmer oder Baumaterialien. Israels Regierung hält derweil am Ziel fest, die Palästinenser aus Gaza zu vertreiben. Und einen möglichst großen Teil des Gebiets dauerhaft zu besetzen. Im Oktober waren es 53 Prozent. Ende Mai sagte Premier Benjamin Netanjahu, man kontrolliere bereits 60 Prozent. »Mein Befehl lautet, auf 70 Prozent zu erhöhen.«

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Die »gelbe Linie«, die den von der Hamas kontrollierten von dem durch Tel Aviv kontrollierten Teil trennen soll, wird dementsprechend immer weiter in Richtung Küste verschoben. In der Nacht zu Montag führte das Militär Operationen im Flüchtlingslager Al-Bureij durch. Am nächsten Morgen standen die großen gelben Betonmarker wieder ein Stück weiter in von Palästinensern bewohnten Gebieten, wie der Journalist Mosab Abu Toha auf X schrieb.

Unterdessen soll der von US-Präsident Donald Trump geführte »Friedensrat« laut Times of Israel diese Woche in einem Resort in Zypern zusammenkommen. Dem Guardian zugespielte Resolutionsentwürfe des Gremiums zeigen erneut, welchen Charakter dessen Regierung über Gaza haben dürfte. Allen Personen, die für den Rat in dem Küstenstreifen tätig werden, soll demnach weitreichende Immunität gewährt werden – Gaza als rechtsfreier Raum für die Mitarbeiter des neokolonialen »Friedensrats«. Der Entwurf würde es der Organisation zudem ermöglichen, öffentliches Eigentum in Gaza »kostenlos« zu erwerben. Ob das Trumpsche Gremium oder Israel die Enklave beherrschen werden – palästinensische Selbstbestimmung gäbe es mit keinem von beiden.

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Erschienen in der Ausgabe vom 30.06.2026, Seite 7, Ausland

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