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Wirtschaft stagniert

Erneut Auftragsrückgang

Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Neben der Autoindustrie hat auch der Maschinenbau deutliche Auftragsrückgänge zu beklagen

Ohne Konjunktur, ohne Wachstum. Die deutsche Industrie hat im April wieder weniger Aufträge erhalten. Im Vergleich zu März gingen sie um 3,8 Prozent zurück, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Im Vergleich zum April des vergangenen Jahres war das der Wiesbadener Behörde zufolge aber immer noch eine Steigerung um 1,6 Prozent.

Besonders in der Automobilindustrie, in der Produktion elektrischer Ausrüstung sowie im Maschinenbau lagen weniger Aufträge vor. Hinzu kommt eine deutlich reduzierte Nachfrage aus den Ländern der Euro-Zone mit einem Minus von mehr als elf Prozent. Insgesamt kamen gut vier Prozent weniger Aufträge aus dem Ausland, bei um beinahe drei Prozent reduzierter Inlandsorder.

Das Wirtschaftsministerium erklärte deutliche Preissteigerungen bei Energie und Rohstoffen, ausgelöst durch den Iran-Krieg, als ursächlich dafür. So seien die Aufträge im März kurz nach dem Angriff der USA und Israels auf die Islamische Republik noch kräftig gegenüber dem Februar gewachsen, um insgesamt 4,5 Prozent. Da wollten sich viele Unternehmen jedoch noch vor drohenden Engpässen in den Lieferketten wappnen. Mit der andauernden Sperre der Straße von Hormus sind diese aber nun eingetreten, wie auch eine erneute Steigerung der Ölpreise. Mit erneuter Eskalation der Kämpfe in der Region dürfte dieser Zustand noch andauern.

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Die Prognosen sämtlicher Institute haben sich mit dem Beginn des Krieges verschlechtert. Je länger die Kämpfe andauern und Lieferungen von Öl und Gas beeinträchtigt sind, um so düsterer sieht es aus. Derzeit rechnen deutlich weniger Unternehmen in der Bundesrepublik damit, kurzfristig wieder bessere Geschäfte machen zu können.

Die IG Metall will für die hiesige Stahlbranche zum Ende der Woche einen Demonstrationszug vor das Wirtschaftsministerium führen. Ihr zweiter Vorsitzender, Jürgen Kerner, will dort gemeinsam mit den Vorsitzenden von Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen auftreten. Die Bundesregierung müsse »ihre Versprechen einlösen«, erklärte Kerner am Montag in einer Mitteilung der Gewerkschaft.

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.06.2026, Seite 8, Kapital & Arbeit

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