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Türkmenbaşy des Tages: Donald Trump

Foto: Kevin Lamarque/Reuters
Der Präsident und sein Ballsaal

Charismatische Herrschaft ist personengebundene Herrschaft außerhalb personengebundener Herrschaftsverhältnisse. Ein König also ohne Monarchie, dessen Macht über seine Funktion hinausgeht, weil er eine mehr als gewöhnliche Wirkung auf seine Anhänger hat. Charisma eben. Anders als beim König ist Charisma hier nicht Ergebnis, sondern Voraussetzung des Amts, ohne es käme er gar nicht hinein. So weit, so Weber. Spannend aber die Frage, warum auffällig viele charismatische Herrscher kaum Charisma haben. Der unbestrittene Charismatiker Trump etwa ist ein Mangelwesen: tapsige Motorik, Dauergrinsen, zu große Anzüge, Rhetorik der Umkleidekabinen, Bildungshorizont und Angeberei eines Schulkinds.

Tatsächlich kann Charisma aus Grandiosität entstehen oder durch Identifikation. Man verehrt Figuren, weil sie sind, wie man nicht ist, oder sind, wie man ist. In Trump erkennen die Horden sich wieder und genießen das Szenario. Auch Charisma aus Identifikation kreiert Grandiosität, sie muss sich aber verdinglichen.

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In der Hauptstadt etwa. Trump will sie umgestalten, heißt, in Trump verwandeln. Die Bauten müssen groß sein, bombastisch und am besten nach ihm heißen. Der Trump Tower war Vorbote, am Ballsaal wird noch gebaut. Im Januar wollte Trump die Vergabe von Fördergeldern für einen New Yorker Bahnhof und einen Flughafen an die Benennung nach ihm knüpfen. Ferner ist in Washington ein Triumphbogen geplant, natürlich 25 Meter höher als der in Paris. Und eine Promenade vom Lincoln Memorial zum Potomac, die ebenfalls Trumps Namen tragen soll. Im Dezember hatte er seinen Namen am Kennedy Center anbringen lassen, Reuters zufolge hat ein Gericht die Sache nun untersagt. Trump, zweifellos, wird bis zur höchsten Instanz gehen, und wenn der Supreme Court ihm beifällt, weiß er auch gleich, wie er bald heißen wird.

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Erschienen in der Ausgabe vom 08.06.2026, Seite 3, Ansichten

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