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Hoeneß des Tages: Donald Trump

Foto: CNP/AdMedia/imago
Als Steuermann ungeeignet: Trump, derzeit POTUS

Donald Trump, das ist Lindner bei Wish bestellt. Steuern sind dem Mann, der den Staat wie ein Unternehmen führen will, Teufelskram. Tatsächlich tut er das Gegenteil, bei keinem seiner Unternehmen schließlich käme er auf die Idee, die Einnahmen zu senken. Die unmittelbar unwirtschaftliche Wirkung wird mit dem Argument weggewischt, Entlastung von Unternehmen führe zu Wachstum und damit zu mehr Reichtum der Unternehmen, von dem nach weltfremder Trickle-down-Logik dann alle was haben.

Schon das mit dem Wachstum haut nicht hin. Steuersenkung heischt Austerität, und die einen Rückbau von Investitionen. Und der Reichtum? Die Margen steigen zwar, doch wenn der Staat wenig Anteil am Gewinn erhält, kommt vom Reichtum der Konzerne bei den Besitzlosen nichts an, was sich auf den Absatzmarkt und damit wiederum auf die Gewinne der Unternehmen auswirkt. National wie global im übrigen, auch die Importzölle werden zum Bumerang.

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Man kann den ganzen Quatsch dekonstruieren, bis der nächste Super Tuesday ansteht, doch was da wirkt, ist vermutlich viel schnöder. Wo gar kein Konzept vorliegt, geht nicht mal von Inkonsistenz zu reden. Trump, das ist nicht Lindner, das ist Hoeneß bei Wish bestellt. Ein Privatmann, der sich ins Weiße Haus verlaufen hat und keinen Grund sieht, sich dort anders zu verhalten als vorher. So verklagte er seine eigene Behörde, die für Steuern zuständige IRS, die nun lustvoll klein beigibt: Donald Trump wird nicht wegen möglicher Steuerrückstände belangt. Die USA indessen wären keine Kleptokratie, wenn der Deal nicht noch absurder wäre. Damit Trump seine Klage wegen illegaler Weitergabe von Steuererklärungen an die Presse fallenlässt, wird ein Fonds zur Entschädigung von Justizopfern der Biden-Zeit eingerichtet. Wen das betrifft, lässt sich denken. Die Boys dürften ziemlich proud sein auf ihren Präsidenten.

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Erschienen in der Ausgabe vom 21.05.2026, Seite 3, Ansichten

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