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Russlands Schwäche
Die deutschen Medien lassen sich bekanntlich keine Gelegenheit entgehen, China und Russland anzuschwärzen. Die Tatsache, dass unmittelbar nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump in Beijing auch Wladimir Putin der Volksrepublik seine Aufwartung gemacht hat, wird als Inszenierung chinesischer Stärke gedeutet – und als Zeichen der Schwäche Russlands. Denn es stehe schlecht um den Krieg gegen die Ukraine, so wie auch die russische Wirtschaft nur mit Mühe den Zusammenbruch aufschiebt.
»Der Besuch dient beiden Präsidenten«, hebt Johann Fuhrmann, Leiter des Auslandsbüros China der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, laut dem Münchner Merkur hervor, um sodann insbesondere auf Putin zu sprechen zu kommen. Der »brauche die Rückendeckung seines wichtigsten Partners – Bilder, die Stabilität vermitteln«. Schließlich stehe er »unter Druck, nicht nur wirtschaftlich«, so Fuhrmann. »Dass ukrainische Drohnen inzwischen Moskau erreichen können, verunsichert natürlich auch die eigene Bevölkerung.«
Um die Stärke Russlands richtig schwarzzumalen, greift der Berliner Tagesspiegel eine dpa-Meldung auf und verbreitet die Mär von einem »von Trump vermittelten dreitägigen Waffenstillstand, der es dem Kremlchef ermöglicht hatte, seine Siegesparade ungestört abzuhalten«. Soll heißen: Nur dank des Wohlwollens des wohl im Moment größten Förderers von Faschismus weltweit konnten die jüngsten Feierlichkeiten zum »Tag der Befreiung vom Faschismus« am 9. Mai in Moskau über die Bühne gehen.
Der Deutschlandfunk sprach am Mittwoch mit Rüdiger von Fritsch, einem ehemaligen Botschafter der BRD in Moskau. Der analysiert die russische Schwäche nüchtern und hebt hervor, dass Moskau »einseitig abhängig« sei von Beijing. »Ein Drittel des russischen Außenhandels« gehe nach China, umgekehrt seien es nur drei Prozent. Dabei handele es sich bei 90 Prozent der chinesischen Güter um Industrieprodukte, bei 90 Prozent der russischen aber um bloße Rohstoffe. Besagt: Russland ist immer noch ein »Obervolta mit Atomraketen«, wie einst Bundeskanzler Helmut Schmidt es von der UdSSR sagte.
Für die FAZ war sowieso klar: Putin hat bei seinem Besuch in China »vor allem auf eine Zusage zu einer neuen Gaspipeline« gehofft. Die lasse aber auf sich warten, da Beijing sich nicht in »zu große Abhängigkeiten« begeben wolle. Doch angesichts des von Israel und den USA angezettelten Iran-Kriegs wendet das rechtskonservative Flaggschiff vorsichtig ein: »Unklar bleibt, ob der Irankrieg und die auch für China ausbleibenden Gaslieferungen vom Golf jetzt zu einem Umschwenken führen.« Wenn man sich da mal nicht selbst ein Bein gestellt hat. (jt)
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Istvan Hidy aus Stuttgart 21. Mai 2026 um 14:27 UhrZunächst ist aus meiner Sicht eine klare Trennung zwischen tatsächlicher Entwicklung und ihrer politischen bzw. medialen Deutung erforderlich. Die militärische Rückeroberung der von Russland kontrollierten Gebiete ist faktisch gescheitert; zugleich hat sich der politische Horizont einer möglichen NATO-Mitgliedschaft der Ukraine deutlich verengt. Im Verhältnis zu China ist zu differenzieren: Die Volksrepublik verfügt zwar über erhebliche wirtschaftliche Dynamik, diese beruht jedoch in hohem Maße auf exportgetriebenem Wachstum – ähnlich wie in früheren Entwicklungsphasen Japans und der Bundesrepublik Deutschland, deren strukturelle Grenzen später sichtbar wurden – sowie auf globaler industrieller Verflechtung, die langfristig ebenfalls Verwundbarkeiten erzeugen kann. Gleichzeitig entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen autoritärer politischer Kontrolle und externer wirtschaftlicher Abhängigkeit. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob der öffentliche Diskurs nicht zu stark auf die Analyse vermeintlicher Schwächen geopolitischer Rivalen fokussiert ist, während eigene wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Erosionsprozesse eher verwaltet als strategisch aufgearbeitet werden. In dieser Verschiebung des Blicks liegt möglicherweise der zentrale blinde Fleck der aktuellen Debatte.
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Roland Weinert 21. Mai 2026 um 13:28 UhrNicht »Russland«, sondern »Russische Föderation« sollte es heißen. – Ich denke, die deutsche Bevölkerung ist die über »China« und die »Russische Föderation« am schlechtesten unterrichtete innerhalb der Staaten Europas. Wenn ich mir die Gurkentruppe des Merz-Regimes anschaue, wundert mich das nicht.
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