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12.05.2026
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Der letzte Spieltag
Die erste Bundesliga macht vor, was es heißt, im finalen Abstiegskampf ein paar Kohlen draufzulegen. Der 1. FC Heidenheim ist voller Frühlingsgefühle und zog noch mit den Wölfen gleich, die nun wieder ihre alten Zinnen im Logo haben. Heidenheim, Wolfsburg und St. Pauli balgen sich nun punktgleich um das Relegationsplätzchen.
Was für eine heiße Endphase in den deutschen Fußballligen. Beine hoch und all die Tabellen durchgescrollt. Auf dem Balkon sitzend werde ich von meiner Freundin ungläubig gefragt: »Geht doch noch was für Hansa?« Nun ja, im Fall des F. C. Hansa liegen die Aufstiegschancen vielleicht bei fünf Prozent. Ein eigener Sieg in Saarbrücken und dazu müssten RWE in Ulm und der MSV daheim gegen Viktoria Köln verlieren. Spannend ist es allemal, und fast wären drei Teams mit jeweils 67 Punkten ins Rennen um die Plätze zwei und drei gegangen. Allerdings hatten die Lausitzer wenig Lust drauf und rissen aus. Gegen Wehen Wiesbaden machte Tolga Ciğerci in der 89. Minute seinen ersten Treffer auf deutschem Boden und ließ das Stadion der Freundschaft erzittern. Und das in einer Intensität wie einst unter Ede Geyer vor knapp 30 Jahren gegen Hannover 96. Eng bleibt es trotzdem. Ein Remis in Regensburg und Duisburg könnte mit einem deutlichen Sieg vorbeiziehen.
Während der Abstieg in Liga drei besiegelt ist, geht es in der zweiten Bundesliga oben und unten ab. Elversberg, Hannover und Paderborn haben jeweils 59 Punkte und kämpfen am letzten Spieltag um die Plätze zwei und drei. In den Abstiegskampf sind indes noch fünf Vereine verwickelt, und im Osten fragt man sich, bei welcher Konstellation Dynamo Dresden noch auf den Relegationsplatz abrutschen könnte. Ganz einfach: Bielefeld, Düsseldorf und Braunschweig gewinnen ihre Spiele, und die SGD verliert. Dann könnte es theoretisch zur Relegation Dynamo Dresden vs. Rot-Weiss Essen (im krassesten Fall auch Cottbus oder Rostock) kommen, wobei die Konstellation Bielefeld vs. Duisburg wahrscheinlicher ist.
Auch in den unteren Ligen wird Hochspannung geboten. Mit Hängen und Würgen brachte Lok Leipzig in Greifswald ein Pünktchen ins Trockene, somit gehen Lok und Jena punktgleich in den letzten Spieltag. Jena muss gegen den Erzrivalen Erfurt ran, Lok empfängt die frech aufspielenden FCM-Bubis, die zuletzt Babelsberg mit 6:4 und Jena mit 4:1 verputzt hatten. Eine Etage tiefer verpasste es Lichtenberg 47 auf unfassbare Art und Weise, am Tabellenführer Tasmania Berlin dranzubleiben. Während Tasmania bei Sparta mit 3:2 gewann, verspielten die 47er gegen den BAK eine 4:1-Führung. 4:4 der Endstand.
Während in der Berlin-Liga die Füchse durch sind, bleibt es in der Brandenburg-Liga eng. Vor 520 Zuschauern verpassten es die Frankfurter, an Neuruppin (1:1) vorbeizuziehen, doch sind noch fünf Spieltage zu absolvieren. Da werde ich auf dem heimischen Balkon das Handy weglegen und persönlich vorbeischauen. Vorwärts!
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
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