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13.05.2026
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Im Dickicht der Digressionen
Einen wunderschönen guten Morgen! In Argentinien wurden die Achtelfinals der Meisterschaft (Torneo Apertura 2026) ausgekickt. Neben der Premier League und der Ligue 1 ist die Liga der Gauchos die beste der Welt, und das Schönste ist, dass da jeder jeden schlagen kann. Zum dritten Mal wird das Campeonat im K.-o.-Modus entschieden, und das ist zweifellos ähnlich interessant wie die Südamerikanisierung der Champions League. Ich gebe zu bedenken: Die letzten sechs Titel sackten jeweils verschiedene Teams ein. Rekordmeister River Plate, das Bayern München der Silberländer, gewann von den letzten 27 Meisterschaften lediglich drei. Marius Müller-Westernhagen schmetterte vor langer Zeit »Gebt Bayern zurück an die Bayern« und wurde dafür im westdeutschen Radio zensiert. Dabei behaupten die Bayern selbst seit Äonen, keine Deutschen zu sein, womit sie zweifellos recht haben. Schauen Sie, selbst mein paraguayischer Kioskdealer Juan hat mir verklickert, dass Sachsen keine Deutschen seien. Er hat definitiv keine Ahnung von so was, dafür aber deutsche Wucherpreise. Dem FC Bayern sind Deutschland und die Bundesliga zu dumm, sie wollten immer in einer Europaliga spielen, sie halten sich für auserwählt, meinen, über Wasser gehen zu können, und rutschen aber im Regen aus wie Normalsterbliche. Könnten die Bajuwaren auch über brennende Glut laufen? Bei uns hier in Misiones, República Argentina, gehört das zum Brauchtum, und der FC Bayern hat sich hier seit einiger Zeit installiert. Böse Zungen reden von Geldwäsche, ich halte mich da raus. Bin ja noch nicht komplett verblödet. Aber wenigstens von Geldwäsche versteht man was in Argentinien. In Misiones sind es die Casinos (eher Spielhöllen für Hausfrauen) und Eisdielen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, und Barça und die Königlichen machen ja auch weltweit dubiosen Bakschisch mit »Talentzentren«. Wir schweifen ab …
Die letzten beiden Campeonate jedoch unterstrichen vor allem, dass der durch die reguläre Meisterschaft errungene Heimvorteil nichts mehr zählt. Das setzte sich in den K.-o.-Spielen nahtlos fort. Neunzig Minuten sind mehr wert als eine Halbsaison. Immerhin, die Argentinos Juniors eliminierten im Maradona-Stadion Copa-Sudamericana-Gewinner Lanús, und Rosario Central besiegte Independiente. River Plate setzte sich in einem der besten Fußballspiele, dem ich in den letzten Jahren beigewohnt habe, in einem dramatischen Elfmetertreten völlig unverdient gegen den krisengeschüttelten Papstklub San Lorenzo durch. Erwähnenswert erscheint mir Ariel Pereyra, der neue Trainer von Gimnasia y Esgrima La Plata. Sieben Siege in sieben Spielen, das gab es in Argentinien seit 30 Jahren nicht.
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Das Verwaltungsgericht Berlin hat im Juli 2024 in der ersten Instanz entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden. Seit vielen Monaten warten Verlag und Redaktion inzwischen auf eine Entscheidung des Gerichtes, ob eine Revision möglich oder gleich ein Gang vor das oberste Gericht nötig ist.
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