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Bierchen trinken

Foto: IMAGO/MIS
Welche Flasche hat eigentlich die fünf leeren Biergläser verpflichtet?

Vor einer Woche wurde ich in Cottbus Zeuge, wie Energie das Spiel gegen RWE drehen und am Ende mit 5:3 gewinnen konnte. Kurioserweise bekam ich vergangenen Freitag exakt dasselbe Ergebnis beim Oberligaspiel Tasmania Berlin gegen Anker Wismar zu sehen. Unter Flutlicht wurde über 200 Zuschauern eine flotte Partie geboten, und da allein auf der ­Futbology-App 58 Groundhopper aus ganz Europa angemeldet waren, ging in der zweiten Halbzeit der Biervorrat zur Neige. Das hatten bislang nur die Hansa-Fans bei einem Testspiel der Amateure bei Tasmania geschafft. Sei’s drum, die Besucher hatten viel Spaß am Spiel, brachten großen Durst mit, und ein Teil der neutralen Zuschauer unterstützte im Laufe des Abends die Jungs von Anker Wismar, die gar nicht wussten, wie ihnen geschah. Fast fiel noch das 4:4 für Anker, doch am Ende machte Tasmania mit 5:3 den Sack zu.

Den Sack zu machte auch der BSC Süd 05 beim brisanten Derby gegen die BSG Stahl Brandenburg. Da Süd meine Anfrage ignorierte, stellte ich mich mit in den Gästeblock und beobachtete von dort aus das Geschehen. Auch hier gab es Bierprobleme. Ein einziger Bierstand für geschätzte 800 Stahl-Fans und viel Schaum aus dem Hahn – das sorgte für Unmut. Hansa-Fans hätten womöglich den Stand geentert und die Sache selbst in die Hand genommen, doch die Stahl-Fans nahmen es mit Humor. Manch einer griff auf Sekt zurück, der mal eben die 0,4er-Bierbecher randvoll füllte. Weniger humorvoll wurde das Spiel aufgenommen. Die Mannschaft von Süd 05 hatte einfach mehr Biss, drehte nach dem 0:1 die Partie und blieb dann bis zum Ende am Drücker. Fast wäre auch mein drittes Spiel in Folge mit 5:3 ausgegangen, doch erzielte Stahl einen Treffer zu wenig. Am Ende hieß es 5:2. Auf dem Rasen und auf den Rängen war Süd einfach besser. So ehrlich muss man sein.

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Als ich zwischendurch aufs Handy schaute, traf mich fast der Schlag. Hansa Rostock lag gegen Jahn Regensburg 0:4 zurück. Mir fehlten die Worte, ich ließ mir von einem ­Fotografen ein Bier reichen. Ein weiterer Blick auf die Hansa-App. Plötzlich stand es nur noch 2:4. Zitat: »Eine Riesenchance nach der anderen für den FCH! Im Stadion brechen alle Dämme!« Am Ende hieß es in der Ferne 2:5.

Dämme hätten auch bei Stahl brechen können. In der 80. Minute kam das Team dank eines Elfers auf 2:3 heran, Stimmung kam auf. Jetzt noch der Ausgleich, Szenario, rauf auf die Zäune! Abriss! Am Ende das besagte 5:2 für Süd. Auf einem Spielplatz trank ich noch ein paar Flaschen kaltes Bier in netter Runde. Ein Stahl-Fan wohnt in der Nähe und stellte den Trostkasten bereit. Mund abwischen. Weiter geht’s! Hansa gewinnt 5:3 in Aachen. Oder 5:2 …

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Erschienen in der Ausgabe vom 28.04.2026, Seite 16, Sport

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