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Bob Law, Meister im Äther

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Der Mensch hinter dem Namen Bob Law muss eigentlich nicht vorgestellt werden. Doch ich werde es versuchen: Er war von großer Statur, freimütig und vertrat eine klare Meinung. Er war ein Star des Talkradios, insbesondere des schwarzen Talkradios. In dieser Rolle griff er große wie kleine Themen auf und hörte zu, während Scharen schwarzer Anruferinnen und Anrufer die Leitungen in sein Studio belegten. Er begegnete allen mit Witz, Weisheit und Mitgefühl für seine schwarzen Mitmenschen.

Seine Sendung »Night Talk« ging oft über den Äther, hinaus in die dunkle Nacht und bot Anrufern aus dem ganzen Land Interviews und Einblicke in die Themen der Zeit. Rennie Bishop, der ehemalige Programmdirektor des renommierten New Yorker Radiosenders WWRL, produzierte Laws Sendung und bezeichnete seinen Kollegen als »Leuchtturm inmitten des Sturms, wie ein helles, unerschütterliches Licht in der Dunkelheit, das dem Freiheitskampf der Schwarzen eine Stimme gab«.

In einer ausführlichen Würdigung stellte der Publizist und Historiker Todd Steven Burroughs ihn neben die berühmten Rundfunkmoderatoren Imhotep Gary Byrd und den verstorbenen Gil Noble. Er bezeichnete sie als ein schlagkräftiges Dreigestirn der schwarzen Talkszene in Radio und Fernsehen und wahres Triumvirat, das die Ätherwellen zum Schwingen brachte.

Bob Law war eine Ikone der schwarzen Gemeinschaft. Zunächst machte er sich als Organisator in der Community nützlich, bevor er sich ans Mikrofon begab, um Schwarzen in den Nachtstunden eine Stimme zu geben. Am 30. März ist Bob Law nach 86 gelebten Sommern zu seinen Vorfahren zurückgekehrt.

Übersetzung: Jürgen Heiser

junge Welt-Kolumnist Mumia Abu-Jamal, der am 24. April 72 Jahre alt wird, war bis zu seiner Verhaftung im Dezember 1981 selbst ein über seine Heimatstadt Philadelphia hinaus bekannter und mit Preisen ausgezeichneter Radiojournalist und aktiver Gewerkschafter. Nach fast 45 Jahren hinter Gittern ist er wie die meisten Langzeitgefangenen des US-Gefängnissystems seit vielen Jahren chronisch krank. Derzeit ist er durch seine Augenerkrankung eingeschränkt, die weiterhin nicht angemessen behandelt wird und ihm das Lesen und Schreiben erschwert. So gut es unter diesen Bedingungen geht, würdigt Mumia hier die Lebensleistung seines Berufskollegen Bob Law. Die in New York City erscheinende afroamerikanische Wochenzeitung Amsterdam News hob am 2. April als eine der »bemerkenswertesten Leistungen Laws als Community Organizer« hervor: 1995 leitete er gemeinsam mit Ron Daniels die New Yorker Delegation beim historischen »Million Man March«. Daniels, der das »Institute of the Black World 21st Century« leitet, bezeichnete Law gegenüber den Amsterdam News als »den Großen« unter den überragenden Persönlichkeiten in der Geschichte des schwarzen Talkradios. »Er hatte einen einzigartigen Stil, Fragen zu stellen und im Gespräch Widersprüche aufzulösen«, erinnerte sich Daniels. Es sei davon auszugehen, »dass Bob im Reich der Ahnen Gespräche und panafrikanische Strategien organisieren wird«. (jh)

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