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Und kostet es die Welt

Trumps Blockade gegen Iran

Von Jörg Kronauer
Foto: REUTERS

Von Iran lernen heißt siegen lernen? Da hat die Regierung in Teheran im März zunächst die Straße von Hormus für Handelsschiffe blockiert, um sie dann Schritt für Schritt für einzelne handverlesene Tanker aus befreundeten Staaten zu öffnen, gegen Gebühr, versteht sich. Was macht nun Donald Trump? Er verkündet eine US-Blockade der Straße von Hormus. Das soll verhindern, dass Iran weiterhin Gebühren kassiert, zudem sein eigenes Öl verkauft und sich damit finanziell über Wasser hält. So weit, so schlicht.

Wenn da an der neuen, natürlich großartigen Strategie nicht mehr Haken als Ösen wären. In grauer Vorzeit, genauer: Mitte März, hatte die Trump-Regierung noch ziemlich das Gegenteil getan und die Sanktionen auf den Handel mit iranischem Öl für einen Monat ausgesetzt. Der Grund: Der Ölpreis war heftig in die Höhe geschossen, Iran sollte seine Ressourcen auf den Markt werfen, um ihn senken zu helfen. Trumps Blockadepläne vom Sonntag hingegen sollen nun dafür sorgen, dass gar kein Öl mehr aus dem Persischen Golf hinausgelangt. Wie schnell das den Preis nach oben treibt, konnte man schon am Montag vor Blockadebeginn beobachten. Zum Eigentor Nummer eins kommt gleich ein zweites hinzu: Blockieren die USA die Straße von Hormus, dann blockieren sie auch Lieferungen an tendenziell verbündete Länder, die bereits unter fatalem Energiemangel leiden – Indien und Pakistan etwa.

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Das sind wohl zwei der Gründe, weshalb die US-Streitkräfte – wer auch immer es letztlich entschieden hat – Trumps Ankündigung ignoriert und angekündigt haben, nicht den Seeweg an sich, sondern statt dessen iranische Häfen zu blockieren. Dass Iran sich das nicht gefallen lassen, sondern Schiffe, die sich in die Straße von Hormus begeben, wohl attackieren wird, liegt auf der Hand. Auch die Blockadevariante der US-Streitkräfte wird den Seeweg also kaum weiter öffnen, ihn vielmehr wohl wieder schließen. Die Folgen: siehe oben.

Wozu das Ganze? Strategen erklären, die Kontrolle über die Straße von Hormus entscheide im Iran-Krieg über Sieg und Niederlage. Die USA wollen sie zurückerlangen, koste es, was es wolle. Nun, es wird eine Menge kosten – nicht nur die USA freilich, sondern die ganze Welt.

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Erschienen in der Ausgabe vom 14.04.2026, Seite 1, Ansichten

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  • Istvan Hidy aus Stuttgart 14. Apr. 2026 um 10:29 Uhr
    Die USA sind überschuldet wie kein Reich zuvor – und spielen als Weltmacht dennoch nach eigenen Regeln. Der Grund ist so simpel wie brutal: der Petrodollar. Solange Öl in Dollar gehandelt wird, finanziert die Welt die amerikanische Schuldenmaschine. Was als Außenpolitik verkauft wird, ist in Wahrheit Systemerhalt. Wer den Dollar im Energiemarkt infrage stellt, wird unter Druck gesetzt – wirtschaftlich, politisch, notfalls militärisch. Der Iran ist dabei kein Einzelfall, sondern Teil eines Musters. Krisen und Konflikte sind in diesem Kontext kein Unfall, sondern funktional: Sie verknappen Angebot, treiben Preise und stärken den Dollar. Gleichzeitig profitieren die USA als Energieproduzent, während importabhängige Volkswirtschaften geschwächt werden. Am Ende geht es nicht um Demokratie oder Stabilität, sondern um Kontrolle: über Energie, über Zahlungsströme, über das Handelssystem selbst. Der Dollar ist keine neutrale Währung – er ist ein Machtinstrument.
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