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Nachruf

Eberhard ­Riedel tot

Am 5. April verstarb der beste alpine Skiläufer der DDR

Von Andreas Müller
Foto: dpa
»Wir Erzgebirger können euch aus den Alpen Paroli bieten« – Eberhard Riedel

Immer wenn das Frühjahr grüßte, reisten seine Gedanken nach Kranjska Gora. Im slowenischen Teil Jugoslawiens hatte Eberhard Riedel am 12. März 1967 vor seinem Oberwiesenthaler Klubkollegen Ernst Scherzer das Weltcuprennen im Riesenslalom gewonnen. Der Erzgebirger vollbrachte damit ein Kunststück, wie es dort bis heute keinem anderen deutschen Athleten wieder gelungen ist. Ein Rekord, auf den der beste Skiabfahrtsläufer der DDR besonders stolz war, wie auch darauf, als »Flachlandtiroler« vom gerade mal 1.215 Meter hohen Fichtelberg der Weltklasse anzugehören.

1960 und 1964 gelang ihm der Sprung in die jeweiligen Olympia­teams bei den Spielen von Squaw Valley und Innsbruck, obwohl die DDR damals gar keine eigene Mannschaft am Start hatte und beinharte deutsch-deutsche Qualifikationen vorausgingen. Anders als 1968 in Grenoble, als Riedel das dritte Mal Olympia erlebte. Er hatte 1972 im japanischen Sapporo gute Chancen aufs »Quartett«. Leider kam der sogenannte Leistungssportbeschluss von 1969 dazwischen, wonach in der DDR der alpine Skisport wie auch Basketball, Eishockey, Hockey oder Wasserball nicht mehr gefördert wurde. Das traurige Karriereende eines Mannes, der einst Staatschef Walter Ulbricht einige Schwünge im Schnee beibrachte.

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Es sei sein Wunsch und der unbedingte Wille gewesen, die Weltspitze zu erreichen und damit zugleich den Leuten aus den Hochburgen des alpinen Skisports in Westdeutschland, Österreich oder der Schweiz zu beweisen: »Wir Erzgebirger können euch aus den Alpen Paroli bieten«, so hatte Eberhard Riedel einmal im jW-Interview seine Motivation erklärt. Nach seinem Studium an der Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig war er als Trainer im Fußball und im Skispringen aktiv, wo Sohn Peter zu einem weltweit renommierten Schanzenbauer avancierte. Am Ostersonntag ist Eberhard Riedel nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 88 Jahren verstorben. (am)

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Erschienen in der Ausgabe vom 10.04.2026, Seite 16, Sport

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