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10.04.2026
- → Kapital & Arbeit
Ärzte streiken in England
England befindet sich derzeit in einem sechstägigen Streik der Ärzte. Es ist bereits der 15. Ausstand in der jahrelangen Reihe der Arbeitskämpfe der British Medical Association (BMA). Aber so lange wie diesmal haben sie noch nie gestreikt: Der Ausstand begann am Dienstag morgen und soll bis Montag dauern.
Zuvor lehnten die BMA-Mitglieder ein Angebot der Regierung ab: Von den knapp 57.000 BMA-Mitgliedern nahmen rund 53 Prozent an der Urabstimmung teil, davon stimmten 93 Prozent gegen das Angebot. »Wir mussten feststellen, dass das ursprüngliche Angebot von 3,5 Prozent Lohnplus auf drei Jahre verteilt werden sollte«, schrieb die BMA in einer Erklärung bei Streikbeginn.
Die britischen Ärzte fordern seit Jahren deutliche Lohnsteigerungen. Laut Daten des nationalen Statistikamts sanken die Reallöhne der Ärzte von 2008 bis 2023 um ein Drittel. Aufgrund dessen begann die BMA mit Arbeitskämpfen. Seither erkämpfte sie eine Reihe von Lohnsteigerungen, doch liegen die Ärztegehälter weiterhin durchschnittlich 23 Prozent unter dem Niveau von 2008.
In den Jahren 2023 und 2024 erhielten Assistenzärzte Gehaltserhöhungen von insgesamt 22 Prozent, 2025 eine weitere Erhöhung um 5,4 Prozent. Im April 2026 stiegen die Gehälter im Rahmen der jährlichen Anpassung für alle Ärzte um 3,5 Prozent. Diese Erhöhung soll jedoch über drei Jahre gestreckt werden. Die BMA argumentiert, dass es bei diesem Tempo und einer gleichbleibenden Inflationsrate rund 35 Jahre dauern würde, bis sich die Reallöhne wieder auf das Niveau von 2008 erholen.
Die Regierung gab laut BBC an, dass die Streiks dem nationalen Gesundheitswesen NHS 50 Millionen Pfund Sterling (58 Millionen Euro) pro Tag kosten würden. Seit Beginn der Arbeitskämpfe im März 2023 habe der NHS rund drei Milliarden Pfund Sterling (3,5 Milliarden Euro) verloren, behauptete Gesundheitsminister Wes Streeting gegenüber der BBC. Eine detaillierte Kostenaufschlüsselung wurde jedoch nicht vorgelegt.
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