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26.03.20261 Leserbrief
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US-Spezialkräfte gen Nahost
Pentagon-Direktiven deuten auf Bodenoffensive
Das Pentagon plant, zwischen 3.000 und 4.000 Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten zu verlegen, wie Reuters am Dienstag abend unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtete. Die Division mit Standort Fort Bragg, North Carolina, gilt als eine der reaktionsschnellsten Einheiten des US-Militärs. Die Verlegung erfolgt, während die US-Regierung vorgibt, dass nach Gesprächen mit iranischen Vertretern eine Einigung möglich sei – Iran bestreitet dies.
Bereits vor dieser Ankündigung hat Washington seine Militärpräsenz in der Region deutlich ausgebaut. Nach Reuters-Angaben sind aktuell bereits 50.000 US-Soldaten in der Region stationiert. Nach dem Ausfall des größten US-Flugzeugträgers »USS Gerald R. Ford«, der nach einem Brand in der Wäscherei des Schiffes vor Kreta liegt, hat das Pentagon vor einigen Tagen zwei Angriffsschiffsverbände mit insgesamt rund 5.000 Marines in Marsch gesetzt und hat nach Angaben von Bloomberg (Dienstag) Schwierigkeiten, »die Einsatzfähigkeit der Ford-Klasse zu ermitteln«. Zudem gab das US-Militär am Dienstag offiziell bekannt, dass das Höchstalter für die freiwillige Einberufung von 35 auf 42 Jahre angehoben wird.
Die unabhängige Analystin Patricia Marins wies auf Global 21 darauf hin, dass Änderungen der Einberufungsrichtlinien in der Regel darauf hindeuteten, dass der groß angelegte Einsatz von Bodentruppen geplant werde. Reuters betonte dagegen, dass in Washington noch keine Entscheidung zu einem Einsatz auf iranischem Territorium gefallen sei. Marins verwies zudem auf eine wachsende US-amerikanisch-israelische Elitepräsenz von 8.000 bis 12.000 Spezialkräften – darunter Einheiten, die auf Tiefeninfiltration, amphibische Operationen und eine mögliche Bodeninvasion spezialisiert sind.
Dennoch prüft die Trump-Administration angeblich mehrere Optionen: Dazu gehören die Sicherung der Straße von Hormus, möglicherweise durch Truppenverlegungen an die iranische Küste, sowie ein möglicher Einsatz auf der Insel Kharg – dem Umschlagzentrum für rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte. Die verlegten Kräfte sollen demnach zunächst Kapazitäten für künftige Operationen aufbauen.
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Onlineabonnent*in Gion H. aus Z. 25. März 2026 um 21:32 UhrZur Erinnerung an diejenigen, die die Geschichte nicht kennen oder diese Aspekte verdrängen: Schon 1953 wurde der Iran von den USA/GB wegen des Öls angegriffen. In einem CIA/MI6-Putsch wurde der beliebte und gewählte Premier Mossadegh gestürzt. Der durch die USA eingesetzte Shah Reza verhaftete, folterte, tötete mit Unterstützung der USA Zehntausende Menschen. 1983 griff der Irak auf Initiative und mit Unterstützung der USA den Iran an, Hunderttausende Menschen starben in diesem Angriffskrieg. Mit welchem Recht möchten nun dieselben kolonialistischen USA wegen »Verletzung von Menschenrechten« im Iran einen »Regimechange« herbeibomben? Nein, das sind pure Lügen und Propaganda, es geht nur um den Besitz von Öl. Genau wie 1953 gegen den fortschrittlichen, demokratischen Mossadegh. Genau wie in Venezuela. Was alles jedoch nicht heißen kann, dass wir hinter dem reaktionären, faschistischen Mullah-Regime stehen können, das ebenfalls seit der Machtübernahme 1979 von Khomeini zur Verhinderung einer fortschrittlichen Revolution zehntausende Arbeiter*innen, Linke, Frauen, queere Menschen verhaften oder/und hinrichten ließ. Nieder mit dem Yanquee-Imperialismus!! Kein Krieg um Öl! Nieder mit den reaktionären Mullahs!
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
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