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Diplomatie

Europäische Staaten kündigen Verhandlungsinitiative im Ukrainekrieg an

Foto: Kay Nietfeld/dpa
Bundesaußenminister Wadephul hofft, bei etwaigen Verhandlungen mit Russland für die EU günstigere Ergebnisse rausholen zu können (Berlin, 6.5.2026)

Berlin. Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen, angesichts aus ihrer Sicht erfolgloser US-Bemühungen um eine Beendigung des Ukrainekrieges, eine Verhandlungsinitiative starten. »Wir sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen und sind darüber mit den USA und der Ukraine im Gespräch«, sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul der Welt am Sonntag laut Vorabbericht vom Freitag. »Im E3-Format mit Frankreich und Großbritannien unternehmen ‌wir einen neuen Anlauf, wieder in Verhandlungen hineinzukommen - mit einer größeren Rolle Europas in den nächsten Wochen und Monaten.«

Russland zeigte sich offen ‌für Gespräche mit europäischen Staaten. Der russische Präsident Wladimir Putin sei »bereit, mit jedem zu verhandeln. Das hat er wiederholt erklärt«, sagte Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow mit Blick auf einen Bericht der Financial Times. Die Zeitung meldete, EU-Vertreter bereiteten sich auf Gespräche mit Russland vor. EU-Ratspräsident ‌Antonio Costa sehe Potenzial für Verhandlungen der Staatengemeinschaft mit Putin. Die EU habe zudem die Rückendeckung des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskij. Dieser Schwenk geht laut FT auf die Frustration der Europäer über die bisher von US-Präsident Donald Trump geführten Verhandlungen zurück. Sie werfen Trump vor, zu russlandfreundlich zu agieren.

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»Russland wird den Dialog vorantreiben, sobald die Europäer dazu bereit sind«, sagte Kreml-Sprecher Peskow auf eine Frage der Nachrichtenagentur Reuters zu dem FT-Bericht weiter. Den ersten Schritt müsse jedoch die EU machen. »Die russische Seite hat den vollständigen Abbruch unserer Beziehungen zur ‌EU nicht veranlasst«, sagte der Sprecher. Dies sei von Brüssel und einzelnen europäischen Hauptstädten ausgegangen. (Reuters/jW)

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Erschienen am 09.05.2026, Ausland

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