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Aus: Ausgabe vom 25.03.2026, Seite 16 / Sport
Skilanglauf

Kein Kuss

Johannes Høsflot Klæbo hat den Weltcup im Skilanglauf gewonnen
Von Felix Bartels
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Attackiert selten früh: Klæbo (hier an fünfter Position)

Was Phelps im Wasser, Bolt on Tartan, Duplantis am Stab, Pogačar auf dem Rad und Joey Chestnut beim Hotdogessen, das ist Johannes Høsflot Klæbo auf Ski. So unaussprechbar der Name, so unaussprechlich die Leistung. Als am Sonntag der Langlaufweltcup in Lake Placid zu Ende ging, war ein weiterer Rekord gepurzelt. Noch nie war es einem männlichen Langläufer gelungen, alle drei Kugeln zu holen. Klæbo siegte im Gesamt-, Sprint- und Distanzweltcup. 30 Rennen insgesamt, viermal stand er nicht am Start, einmal schied er nach einer Kopfverletzung aus, bei 25 Starts also 16 Siege und 2.301 Punkte. Rang zwei erreichte Harald Østberg Amundsen (1.848), Rang drei ging an Federico Pellegrino (1.443). Im Februar zudem hat Klæbo sechs von sechs Goldmedaillen im olympischen Val di Fiemme gewonnen.

Am Sonnabend noch hatte Pellegrino das vorletzte Saisonrennen im Sprint (Freistil) gewonnen. Am Sonntag waren beim 20 Kilometer Massenstart (Freistil) fünf Norweger auf die ersten Plätze gelaufen. Ganz vorn Klæbo, der sich damit den Distanzweltcup vor Amundsen sicherte. Die norwegische Dominanz ist auch deswegen bemerkenswert, weil es nicht immer dieselben sieben Cracks sind, die vorn reinlaufen. Die zweite und selbst die dritte Reihe ist derart stark, dass Ausfälle von Topläufern ohne Probleme kompensiert werden. Im Gesamtweltcup stehen sieben Norweger in den Top Ten, elf in den Top 30. Einar Hedegart zum Beispiel konzentriert sich auf Freistil, liegt auf Platz 27, holte aber vier Siege.

Es war Klæbos insgesamt sechster Sieg im Gesamtweltcup, wonach er mit Bjørn Dæhlie gleichzieht. Mit 113 Erfolgen liegt er in der ewigen Liste der Rennsiege schon länger vor ihm (48). Nichts kommt von nichts. Man kann Klæbo als wahnsinnig beschreiben. Wochen-, teils monatelang isoliert er sich von der Familie, aus Angst vor Ansteckung oder Ablenkung, doch auch, weil er mehr Zeit im Höhentraining verbringt als jeder andere Athlet. Klatschblätter wussten zu berichten, dass er seine Freundin vor Olympia drei Monate lang nicht geküsst hat. Ursprünglich Sprinter, hat er sich über Jahre hinweg mehr und mehr in die längeren Distanzen hineingearbeitet, die er mittlerweile ebenfalls dominiert. Selbst die 10 Kilometer Freistil im Intervallstart, seine letzte Schwachstelle, gewann er bei den Olympischen Spielen. Klæbos Stärke? Vollständigkeit: Kraft und Balance, Schnelligkeit und Ausdauer, sicher in beiden Laufstilen, technisch perfekt und versiert (»Klæbo Run«, Doppelstock, selbst im Gleiten eine Klasse für sich) und natürlich taktisches Gespür im Rennen. Eine Perfektion, die durchaus Langeweile stiftet. Es liegt an der Konkurrenz, das zu ändern.

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