Sudan: Luftangriff auf Hospital tötet Dutzende
Genf. Bei einem Angriff auf ein Krankenhaus im Sudan sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 64 Menschen getötet worden. Unter den Todesopfern seien 13 Kinder, teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Sonnabend im Onlinedienst X mit. Die RSF-Miliz machte die sudanesische Armee für den Angriff verantwortlich. Diese beteuerte hingegen, sich in ihrem Krieg gegen die RSF an internationale Regeln und Gesetze zu halten.
Den WHO-Angaben zufolge ereignete sich der Angriff bereits am Freitag. Das Lehrkrankenhaus in Al-Daein im westlichen Bundesstaat Ostdarfur sei mit »schweren Waffen« beschossen worden. Laut Tedros wurden zwei Krankenschwestern, ein Arzt und zahlreiche Patienten getötet. 89 Menschen wurden demnach zudem verletzt, darunter acht Gesundheitsmitarbeiter. Der Angriff habe die Pädiatrie- und Geburtenabteilung sowie die Notaufnahme beschädigt. Aufgrund der »schweren Schäden« sei das Krankenhaus nicht mehr funktionsfähig. Dies habe zu einer »kritischen Unterbrechung wesentlicher medizinischer Dienste« geführt. Nach Angaben der WHO richtete sich der Angriff auch gegen die Vorräte und Lagerräume des Hospitals.
Das UN-Büro für humanitäre Angelegenheiten im Sudan zeigte sich »entsetzt über den Angriff«. Laut der Aktivistenorganisation »Emergency Lawyers«, die Verbrechen in dem seit fast drei Jahren andauernden Krieg zwischen der sudanesischen Armee und den paramilitärischen RSF dokumentiert, soll das Krankenhaus von Drohnen der Armee getroffen worden sein. Die Miliz warf der Armee vor, die pädiatrischen und gynäkologischen Abteilungen des Krankenhauses mit türkischen Drohnen angegriffen zu haben. Dabei seien erhebliche Schäden entstanden, hieß es in einer Erklärung. Die humanitäre Lage in der Region habe sich infolge des Angriffs verschärft.
Die sudanesische Armee beteuerte ihrerseits, dass sie sich an internationale Regeln und Gesetze halte. In ihrer von der staatlichen Nachrichtenagentur Suna verbreiteten Erklärung fügte die Armee unter Bezugnahme auf die RSF hinzu, dass »Angriffe auf Dienstleistungs- und Gesundheitseinrichtungen eine gängige Praxis und tägliche Aktivität dieser terroristischen Miliz« seien.
Al-Daein, die Hauptstadt des von der RSF-Miliz kontrollierten Bundesstaats Ostdarfur, wird immer wieder von der sudanesischen Armee angegriffen. Zuvor in diesem Monat hatte ein Angriff auf den Markt der Stadt ein Feuer verursacht, das mehrere Stunden lang nicht gelöscht werden konnte. (AFP/jW)
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