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Aus: Ausgabe vom 09.02.2026, Seite 10 / Feuilleton
Berlinale

Regie (2)

Regisseur Wim Wenders sitzt im Kino am liebsten in der zweiten Reihe. Der Filmemacher ist in diesem Jahr Jurypräsident der Berlinale. Ob einem so weit vorne im Kino nicht schwindlig wird? »Das ist ja gerade meine Hoffnung: dass der Film mich umhaut oder mich ›schwindelig spielt‹, in der Fußballersprache«, erklärte Wenders der dpa. »Aber ehrlich: Da vorne hat man die beste Sicht, und der Film füllt das ganze Gesichtsfeld. Ich mag nicht ein Meer von Leuten vor mir sehen, ich will das Filmbild sehen, so groß wie möglich.«

Wenders (»Perfect Days«, »Paris, Texas«) führt die internationale Jury an, die bei den Filmfestspielen in Berlin entscheidet, wer die Auszeichnungen im Wettbewerb bekommt. Das Festival beginnt am kommenden Donnerstag.

»Ich hab’ das ja mal in Cannes gemacht, vor 37 Jahren, und das war die beste Zeit, die ich je auf einem Filmfestival hatte. Unvergesslich«, schrieb Wenders. Preiswürdig mache einen Film, wenn er entweder denke: »Den hätte ich auch gern gemacht!« oder »Den hätte ich nie machen können!«

Gute Absicht wiederum führe nicht automatisch zu einem guten Film. Angesprochen darauf, dass in dieser politischen Zeit manche Konflikte auch die Kulturwelt spalten, und ob ihn das nerve, antwortete Wenders: »Klar. Weil es dann oft gar nicht mehr um den Film geht, sondern um eine politische Meinung.«

»Aber keine noch so gute Meinung oder Absicht macht auch einen guten Film. Dieser Unterschied wird leider heute immer weniger gemacht! Dafür muss man bereit sein, differenziert zu sehen und zu denken.« Zuletzt geweint hat er nach eigenen Angaben übrigens beim Drama »Hamnet« von Regisseurin Chloé Zhao. »Da habe ich ein paarmal geflennt.«

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