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Kulturpolitik

Das größte Geschenk

Die wichtigste und größte Kultureinrichtung Deutschlands soll moderner werden: Der Bundestag beschloss ein Gesetz zur Reform der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK). Mitten in der Nacht stimmten SPD, CDU/CSU, Grüne und FDP für das Vorhaben. Die Institutionen der Stiftung sollen mit der Reform deutlich gestärkt werden und mehr Eigenständigkeit bekommen, zum Beispiel durch eigene Budgets für die Museen. Bisher gilt die Stiftung vielen als »zu behäbig« und »international nicht konkurrenzfähig«. Zu der vom Bund und allen Ländern getragenen Stiftung mit rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehören neben der Staatsbibliothek zu Berlin und mehreren Instituten auch die Staatlichen Museen zu Berlin mit 15 Sammlungen und 4,7 Millionen Objekten an 19 Standorten. Darunter sind weltweit bekannte Museen wie die Gemäldegalerie, die Neue Nationalgalerie und das Pergamonmuseum. Die Novelle tritt an die Stelle des bisherigen Gesetzes aus dem Jahr 1957. Sie soll am 1. Dezember in Kraft treten. Künftig soll die Stiftung zudem nicht mehr allein von einem Präsidenten geführt werden, sondern von einem »kollegialen Vorstand« aus bis zu sieben Mitgliedern. Dies sei ein »zeitgemäßes Modell«, sagte die designierte SPK-Präsidentin Marion Ackermann, die am 1. Juni Hermann Parzinger nachfolgen wird. Für sie sei es das »größte Geschenk, dass es jetzt diese gesicherte Grundlage gibt, auf der wir jetzt aufbauen können.« Der Stiftungsrat indes wird verkleinert. »Damit ist die SPK jetzt sehr gut für die Zukunft aufgestellt«, erklärte Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen). Die Stiftung könne damit »das ganze Potential ihrer herausragenden Sammlungen noch erfolgreicher zur Geltung bringen«. Noch-SPK-Präsident Parzinger betonte: »Wir werden moderner, effizienter, synergetischer und schneller.« (dpa/jW)

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Erschienen in der Ausgabe vom 01.02.2025, Seite 11, Feuilleton

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