-
22.02.2024
- → Feuilleton
Nerudas Tod
Die Untersuchung der Todesursache des chilenischen Dichters Pablo Neruda wird neu aufgerollt. Ein Berufungsgericht in Santiago de Chile urteilte am Dienstag (Ortszeit), dass der Fall noch nicht abschließend geklärt sei und ordnete neue Ermittlungen an. »Das ist eine gute Nachricht für die Wahrheit und die Menschenrechte«, sagte die Anwältin der Familie Neruda, Elizabeth Flores, dem Radiosender Cooperativa.
Neruda starb am 23. September 1973, wenige Tage nach dem von den USA unterstützten faschistischen Putsch gegen den mit ihm befreundeten sozialistischen Präsidenten Salvador Allende. In der Sterbeurkunde wurde damals Prostatakrebs als Todesursache angegeben. Neruda wollte am Tag darauf ins Exil nach Mexiko gehen. Viele Indizien weisen jedoch darauf hin, dass er auf Anweisung der Militärjunta von General Augusto Pinochet vergiftet wurde. So stellte eine internationale Expertengruppe zuletzt fest, dass sich zum Todeszeitpunkt Nerudas ein gefährliches Bakterium in seinem Körper befand. Bereits 2017 schloss eine andere Expertengruppe Krebs als Todesursache aus.
Neruda war von 1945 bis 1948 als Senator der Kommunistischen Partei Mitglied des Parlaments. 1971 wurde der Autor des »Canto General« (Der große Gesang) mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet.
Unabhängiger Journalismus braucht deine Unterstützung.
Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?
Durchschnittliche Bewertung: 0,0
Das Verwaltungsgericht Berlin hat entschieden und die Klage des Verlags 8. Mai abgewiesen. Die Bundesregierung darf die Tageszeitung junge Welt in ihren jahrlichen Verfassungsschutzberichten erwahnen und beobachten. Nun muss eine höhere Instanz entscheiden.
In unseren Augen ist das Urteil eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Bundesrepublik. Aber auch umgekehrt wird Bürgerinnen und Bürgern erschwert, sich aus verschiedenen Quellen frei zu informieren.
Genau das aber ist unser Ziel: Aufklärung mit gut gemachtem Journalismus. Sie können das unterstützen. Darum: junge Welt abonnieren für die Pressefreiheit!