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Palästina

Nordgaza ohne Hilfe

Keine Sicherheit für humanitäre Organisationen

Foto: IMAGO/Xinhua
Egal, wo man hinblickt: Von israelischen Bomben zerstörtes Gebäude am Montag in Gaza-Stadt

Den Menschen im von der israelischen Armee zerbombten Norden des Gazastreifens wird Hilfe weiter vorenthalten. Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag erklärte, sei sie gezwungen gewesen, eine Mission zur Lieferung von medizinischen Hilfsgütern in den nördlichen Gazastreifen am Sonntag abzusagen, da sie keine Sicherheitsgarantien erhalten habe. Es war das vierte Mal seit dem 26. Dezember, dass die WHO eine geplante Mission zur Lieferung dringend benötigter medizinischer Hilfsgüter für das Al-Awda-Krankenhaus und das zentrale Medikamentenlager absagen musste, hieß es. »Schwere Bombardierungen, Bewegungseinschränkungen und unterbrochene Kommunikationswege« machten es nahezu unmöglich, den Betrieb von fünf Krankenhäusern im nördlichen Teil der Enklave aufrechterzuhalten. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus erklärte auf X, er sei »schockiert über das Ausmaß der gesundheitlichen Bedürfnisse und der Verwüstung im nördlichen Gazastreifen«. Der israelische Regierungssprecher Eylon Levy erklärte lediglich, er habe keine Informationen über »die Behauptung« der WHO.

Die dramatische Lage beschränkt sich jedoch nicht nur auf den Norden. Das International Rescue Committee teilte mit, dass sein medizinisches Notfallteam aufgrund der zunehmenden israelischen Militäraktivitäten gezwungen war, sich aus dem Al-Aksa-Krankenhaus im Zentrum des Gazastreifens zurückzuziehen und seine Aktivitäten einzustellen. Das Flüchtlingshilfswerk UNRWA meldete 63 direkte Treffer auf seine Einrichtungen, und Aschraf Al-Kidra, der Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza, erklärte, dass 1,9 Millionen Menschen in Notunterkünften von Hunger, Dürre und Epidemien bedroht seien. In der Nacht seien 247 Palästinenser durch israelische Angriffe getötet worden, die höchste Zahl in diesem Jahr. Die Zahl der Getöteten insgesamt stieg damit auf mehr als 23.000, Tausende weitere werden unter den Trümmern vermutet.

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Erschienen in der Ausgabe vom 09.01.2024, Seite 7, Ausland

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